Deutsche Tageszeitung - Trump drängt Iran zu Atomabkommen - Türkei fordert USA zu Atomgesprächen auf

Trump drängt Iran zu Atomabkommen - Türkei fordert USA zu Atomgesprächen auf


Trump drängt Iran zu Atomabkommen - Türkei fordert USA zu Atomgesprächen auf
Trump drängt Iran zu Atomabkommen - Türkei fordert USA zu Atomgesprächen auf / Foto: © US NAVY/AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat den Iran zu Verhandlungen über ein Atomabkommen gedrängt und andernfalls mit militärischer Gewalt gedroht. Es sei zu hoffen, dass Vertreter Teherans rasch an den Verhandlungstisch kämen, um über ein "gerechtes und ausgewogenes Abkommen" zu beraten, erklärte Trump am Mittwoch auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Die Zeit wird knapp."

Textgröße ändern:

Er habe die Führung der Islamischen Republik schon einmal aufgefordert, erklärte der US-Präsident. Teheran habe dennoch keinen "Deal" mit ihm geschlossen - "und dann kam 'Operation Midnight Hammer', eine riesige Zerstörung des Iran. Der nächste Angriff werde "viel schlimmer". Bei der "Operation Midnight Hammer" hatte die US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni iranische Atomanlagen bombardiert.

Der türkische Außenminister rief indes Washington auf, Atomgespräche mit dem Iran aufzunehmen. "Es ist falsch, den Iran anzugreifen. Es ist falsch, den Krieg wieder zu beginnen", sagte Hakan Fidan dem katarischen Fernsehsender Al-Dschasira in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview.

"Mein Rat an unsere amerikanischen Freunde war stets: Schließt die Akten mit den Iranern eine nach der anderen. Beginnt mit der Atomfrage und schließt sie ab. Dann geht weiter zu den anderen."

Vor wenigen Tagen hatte Trump die Verlegung einer "riesigen Flotte" der US-Armee in die Golfregion verkündet, die sich "für den Fall der Fälle" bereithalten solle. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" erreichte nach Angaben der US-Armee inzwischen die Region.

Washington hatte nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militärschlag gegen das Land nicht ausgeschlossen. Bei den Protesten wurden nach Angaben von Aktivisten tausende Menschen getötet, zehntausende Menschen wurden festgenommen. Die Behörden verhängten eine Internetsperre.

Das Nato-Mitglied Türkei teilte eine 530 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich schon häufiger gegen Militäreinsätze gegen die Islamische Republik ausgesprochen. In der vergangenen Woche hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan die Unruhen im Iran als "neuen Test" für Teheran bezeichnet und erklärt, die Türkei werde "sich jeder Initiative widersetzen", die die Region ins Chaos stürzen würde. Er hoffe, Diplomatie und Dialog würden dem Iran helfen, durch die "mit Fallen versehene" Zeit zu kommen.

Fidan sagte in dem Interview, die Probleme mit dem Iran müssten einzeln angegangen werden. "Behandeln Sie sie nicht als Gesamtpaket. Wenn Sie alles in einem Paket zusammenfassen, wird es für unsere iranischen Freunde sehr schwierig sein, dies zu verdauen und wirklich zu verarbeiten", sagte er. In einigen Fällen könne es sogar "erniedrigend" und sich selbst und der Regierung schwierig zu vermitteln sein.

Den Iran forderte Fidan auf, Vertrauen aufzubauen. "Als ich vor zwei Monaten im Iran war, habe ich meinen iranischen Freunden gegenüber sehr offen gesprochen. Sie müssen Vertrauen in der Region aufbauen", sagte Fidan Al-Dschasira. Die Iraner müssten darauf achten, "wie sie von den Ländern der Region wahrgenommen werden".

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Serbiens Präsident Vucic tritt zurück: Weg frei für Kandidatur als Regierungschef

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic ist zurückgetreten - und widmet sich nun seiner Kandidatur für das Amt des Regierungschef bei der Wahl Ende Oktober. Im Präsidentenpalast in Belgrad unterzeichnete Vucic am Sonntag vor Journalisten seine Rücktrittsurkunde. "Morgen früh werde ich meine Amtsgeschäfte an die Parlamentspräsidentin übergeben", kündigte der konservativ-nationalistische Politiker an. Vor dem Palast versammelte Anhänger skandierten Vucic' Namen.

Senatswahlen in Frankreich: Rechtspopulisten gewinnen Sitze hinzu

Bei Teilwahlen zum französischen Senat hat die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) einen Erfolg erzielt. Bei den Abstimmungen am Sonntag eroberte sie neun neue Mandate. Zusammen mit seiner Partnerpartei UDR wird der RN künftig 14 Senatoren stellen und damit erstmals eine Fraktion im Oberhaus bilden können.

Hisbollah-Chef Kassem: Israel kann Miliz nicht "brechen"

Der Chef der pro-iranischen Hisbollah, Naim Kassem, hat in einer Rede vor Anhängern die Widerstandsfähigkeit der Miliz betont. Israel sei nicht in der Lage gewesen, "den Widerstand zu brechen", sagte Kassem am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung zum zweiten Todestag seines Vorgängers Hassan Nasrallah. "Angesichts der großen Opfer, die wir bis jetzt gebracht haben, können wir nur weitermachen, und wir können nicht besiegt werden", verkündete er.

Stichwahlen in Niedersachsen: Hannovers Oberbürgermeister Onay in Amt bestätigt

Der Grünen-Politiker Belit Onay bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl mit 61,5 Prozent der Stimmen klar gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe durch, der nach Angaben der Stadt auf 38,5 Prozent kam.

Textgröße ändern: