Deutsche Tageszeitung - Mercedes-Chef Källenius warnt vor politischem Rechtsruck

Mercedes-Chef Källenius warnt vor politischem Rechtsruck


Mercedes-Chef Källenius warnt vor politischem Rechtsruck
Mercedes-Chef Källenius warnt vor politischem Rechtsruck / Foto: © AFP/Archiv

Mercedes-Chef Ola Källenius hat vor einem Rechtsruck und einem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands gewarnt. "Deutschland entwickelt sich wirtschaftlich seit etwa zehn bis 15 Jahren in eine falsche Richtung", sagte Källenius dem "Spiegel". Wenn sich hier nichts ändere, "dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben".

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Einen Grund für die Probleme sieht Källenius in der mangelnden Leistungsbereitschaft der Deutschen: Es sei so, "als ob man vor einer Fußball-WM sagt, wir trainieren genug, obwohl alle anderen doppelt so viel trainieren". Jeder wisse, "dass man so nicht Weltmeister wird".

Deutschland habe "mit die höchsten Arbeitskosten der Welt", sagte der Mercedes-Chef. Jahrelang habe man das mit gesteigerter Produktivität wettmachen können, doch das reiche nicht mehr. "Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland, müssen aber bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen", sagte Källenius. Sonst fließe das Kapital woanders hin.

Källenius verteidigte das Recht auf Teilzeitarbeit, allerdings mit Einschränkungen. "Teilzeit mit einem Sachgrund wie Kindererziehung oder Pflege ist ein wunderbares Instrument, viele Menschen konnten so von ihren Arbeitgebern gehalten oder in den Arbeitsmarkt zurückgeführt werden." Klar sei aber auch, dass die Deutschen "insgesamt wieder mehr arbeiten" müssten, sonst gerate "unsere einzigartige Produktivitätsmaschine noch stärker ins Stocken".

Auch mit Blick auf die europäische Industriepolitik forderte Källenius einen Kurswechsel. "Wir müssen weg von Verpflichtungen und Strafen und hin zu marktbasierten Anreizen sowie massiven Investitionen in die Infrastruktur", sagte er. Egal, ob es um die Chemie, den Stahl oder Autos gehe, mache Europa "überall die gleichen methodischen Fehler" und verliere so "nach und nach seine ökonomische Stärke".

(Y.Ignatiev--DTZ)

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