Deutsche Tageszeitung - Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben

Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben


Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben
Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben / Foto: © AFP/Archiv

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervorgeht, die der "Süddeutschen Zeitung" (SZ, Montagsausgabe) vorlag. Im Jahr 2023 wurden demnach Microsoft-Produkte im Wert von 274,1 Millionen Euro abgerufen, 2024 waren es 347,7 Millionen Euro.

Textgröße ändern:

Die unmittelbare und mittelbare Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes beziehen ihre Lizenzen demnach in aller Regel aus einem Rahmenvertrag, den die Zentralstelle IT-Beschaffung ausgeschrieben hat. Die Vergleichbarkeit mit früheren Anfragen sei eingeschränkt, heißt es, da der Kreis der Bezugsberechtigten über die Ressorts und nachgeordneten Behörden hinausgehe.

Lenhard kritisierte die Entwicklung. "Die vorgelegten Zahlen zeigen einen gefährlichen Trend", sagte sie der "SZ". Mit solchen Summen ließe sich der Aufbau und die Stärkung leistungsfähiger Open-Source-Lösungen und europäischer Alternativen gezielt vorantreiben. "Stattdessen vertiefen wir unsere Abhängigkeit von einzelnen außereuropäischen Anbietern weiter", sagte die Grünen-Abgeordnete.

Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Ebene der Länder und Kommunen liegen der Bundesregierung laut ihrer Antwort keine konkreten Zahlen vor. Grund seien die föderal verteilten Zuständigkeiten in diesem Bereich. Da die Ausgaben der Länder und Kommunen nicht enthalten seien, dürfte das tatsächliche Gesamtvolumen der öffentlichen Microsoft-Beschaffung deutlich höher liegen, erklärte Lenhard.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Russische Justiz stuft Menschenrechtsorganisation Memorial als "extremistisch" ein

Das Oberste Gericht in Russland hat die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Menschenrechtsorganisation Memorial als "extremistisch" eingestuft. Das Gericht gab am Donnerstag einem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, "die internationale Bewegung Memorial als extremistische Organisation anzuerkennen und ihre Tätigkeit sowie die ihrer Untergliederungen in der Russischen Föderation zu verbieten", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti den Richter.

Trotz Waffenruhe-Einigung: Straße von Hormus noch nicht wieder geöffnet

Trotz der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg ist die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus am Donnerstag vorerst weiterhin blockiert gewesen. Die iranischen Revolutionsgarden empfahlen angesichts von Seeminen alternative Routen durch die Meerenge. Aus Teheran hieß es, der Iran werde die Kontrolle dort behalten und möglicherweise eine Maut kassieren. US-Präsident Donald Trump forderte indes, so wie in der Vereinbarung zur Waffenruhe zugesagt müsse der Iran die Straße von Hormus "unverzüglich" wieder öffnen.

Europol zerschlägt Schleuserring: Vietnamesen wurden nach Europa geschmuggelt

Die EU-Polizeibehörde Europol hat nach eigenen Angaben eine kriminelle Schleuserbande zerschlagen, die Vietnamesen mit dem Ziel Großbritannien nach Europa gebracht hat. Bei dem verdeckten Einsatz seien acht Menschen festgenommen worden, darunter ein Anführer des Netzwerks, der in Deutschland auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls gefasst wurde, teilte Europol am Donnerstag mit. Zudem seien Pässe, Autos und Bargeld bei dem am 30. März erfolgten verdeckten Einsatz beschlagnahmt worden.

Frankreich wirft Ungarn wegen Weitergabe vertraulicher EU-Infos "Verrat" vor

Nach Berichten über eine Weitergabe vertraulicher EU-Inhalte durch den ungarischen Außenminister an seinen russischen Kollegen hat Frankreich "Verrat" angeprangert. "Es ist ein Verrat am Gebot der Solidarität, das zwischen EU-Mitgliedern gilt", sagte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot am Donnerstag dem Sender France Inter. "Wenn wir in einer Welt, in der neue Großmächte entstehen, stark sein wollen, dann müssen wir geeint und solidarisch sein", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: