Deutsche Tageszeitung - Machado: Venezolanischer Oppositioneller kurz nach Freilassung verschleppt

Machado: Venezolanischer Oppositioneller kurz nach Freilassung verschleppt


Machado: Venezolanischer Oppositioneller kurz nach Freilassung verschleppt

Kurze Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist der venezolanische Oppositionelle Juan Pablo Guanipa nach Angaben der venezolanischen Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado von "schwer bewaffneten Männern" verschleppt worden. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, Guanipa sei wegen Verstoßes gegen die Auflagen seiner Freilassung festgenommen worden. Guanipa war ebenso wie zwei weitere Oppositionelle am Sonntag aus dem Gefängnis entlassen worden.

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Die Männer in Zivilkleidung hätten Guanipa "gewaltsam" mitgenommen, erklärte Machado am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X. "Wir fordern seine sofortige Freilassung", fügte sie hinzu. Der Vorfall habe sich in der Wohnsiedlung Los Chorros in Venezuelas Hauptstadt Caracas ereignet, erklärte Machado. Die mutmaßlichen Entführer seien in vier Fahrzeugen vorgefahren.

Guanipas Sohn Ramón forderte ein Lebenszeichen und die "sofortige Freilassung" seines Vaters. Der Oppositionelle sei von einer Gruppe von "etwa zehn nicht identifizierten Personen" gefangen genommen worden, erklärte er bei X. "Unser nationaler Anführer Juan Pablo Guanipa wurde gerade von repressiven Organen der Diktatur entführt", erklärte Guanipas Partei Primero Justicia.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Festnahme Guanipas. Dieser habe die Auflagen für seine Haftentlassung nicht eingehalten, daher solle er unter Hausarrest gestellt werden. Die Auflagen wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.

Guanipa war erst kurz zuvor ebenso wie zwei weitere venezolanische Oppositionspolitiker aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hatte am Sonntag in einem auf X veröffentlichten Video seine Entlassungspapiere gezeigt.

"Nach eineinhalb Jahren kommen wir frei", erklärte Guanipa. Er habe sich "zehn Monate lang versteckt" und sei dann "fast neun Monate lang hier in Caracas inhaftiert" gewesen, fuhr er fort. Guanipa betonte, es gebe "viel zu sagen über die Gegenwart und Zukunft Venezuelas, wobei die Wahrheit immer im Vordergrund stehen muss".

Nach seiner Freilassung rief er die venezolanische Regierung in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP auf, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2024 zu respektieren. Nach allgemeiner Einschätzung hatte damals der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia die Wahl gegen den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro gewonnen. Von den Behörden wurde jedoch Maduro zum Sieger erklärt, die Opposition sprach von Wahlbetrug. In der Folge kam es zu gewaltsamen Protesten mit mindestens 28 Toten und mehr als 2400 Festnahmen, González Urrutia floh nach Spanien ins Exil.

Maduro war am 3. Januar bei einem US-Militäreinsatz gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll.

Unter dem Druck der USA hatte Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez die Entlassung politischer Gefangener verkündet. Zuletzt gab sie eine Massenamnestie für Häftlinge bekannt, die wegen "politischer Gewalt" einsitzen. Das Gesetz solle "den gesamten Zeitraum politischer Gewalt von 1999 bis heute" umfassen und am Dienstag in Kraft treten. In dem südamerikanischen Land sitzen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal zufolge noch über 700 politische Gefangene im Gefängnis.

(N.Loginovsky--DTZ)

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