Deutsche Tageszeitung - Iran droht auch bei "begrenztem" US-Angriff mit Gegenschlag "mit voller Härte"

Iran droht auch bei "begrenztem" US-Angriff mit Gegenschlag "mit voller Härte"


Iran droht auch bei "begrenztem" US-Angriff mit Gegenschlag "mit voller Härte"
Iran droht auch bei "begrenztem" US-Angriff mit Gegenschlag "mit voller Härte" / Foto: © AFP

Im Konflikt mit den USA hat der Iran die Regierung in Washington vor jeder Art von Angriff gewarnt. Teheran würde auch auf einen "begrenzten Angriff" der USA wie jeder andere Staat "als Teil seines Rechts auf Selbstverteidigung mit voller Härte" reagieren, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Montag vor Journalisten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte vor einem neuen Krieg in der Region und drängte auf eine diplomatische Lösung.

Textgröße ändern:

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran seit Wochen mit einem militärischen Angriff und verstärkte die Präsenz der US-Armee in der Golfregion. In der vergangenen Woche waren die Konfliktparteien in der Schweiz erneut zu indirekten Verhandlungen zusammengekommen. Anfang Februar hatte es eine erste Gesprächsrunde unter Vermittlung des Oman gegeben. Die USA drängen auf eine Einigung zum iranischen Atomprogramm und die Einstellung des iranischen Raketenprogramms. Teheran besteht darauf, dass sich die Gespräche auf die Atomfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen das Land beschränken.

Bakaei reagierte am Montag auf eine vorherige Äußerung Trumps. Der US-Präsident hatte am Freitag auf Nachfrage eines Journalisten gesagt, er erwäge einen "begrenzten" Angriff auf den Iran, wenn Teheran nicht zu einem Abkommen mit den USA bereit sei. "So etwas wie einen begrenzten Angriff gibt es meines Erachtens nicht", sagte Bakaei. "Ein Angriff ist ein Angriff."

US-Verhandlungsführer Steve Witkoff hatte am Samstag gesagt, Trump wundere sich, dass der Iran trotz des hohen US-Militäraufgebots bisher nicht "kapituliert" habe. Bakaei sagte dazu am Montag, der Iran habe in seiner Geschichte noch nie kapituliert.

EU-Chefdiplomatin Kallas warnte in Brüssel vor einer Eskalation des Konflikts. "Wir brauchen nicht noch einen Krieg in dieser Region", sagte sie am Rande eines EU-Außenministertreffens. Der Iran sei so schwach wie nie zuvor, fügte Kallas hinzu. Diese Chance sollte genutzt werden, um eine diplomatische Lösung zu finden.

Angesichts der US-Drohungen rief Indien seine Bürgerinnen und Bürger im Iran dazu auf, das Land zu verlassen. Die Menschen sollten Proteste meiden, warnte die indische Botschaft in Teheran weiter. Zuvor hatten bereits Serbien, Schweden, Australien und Polen ihre Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus dem Iran aufgerufen. Für deutsche Staatsangehörige gilt bereits seit Längerem eine Reisewarnung für den Iran und eine Aufforderung zur Ausreise.

Derweil gab es im Iran am Wochenende erneut Proteste. Studierende gedachten zum Beginn des neuen Semesters der im Januar bei Protesten Getöteten. Wie iranische und Exil-Medien berichteten, gab es an mehreren Teheraner Universitäten Kundgebungen für und gegen die Regierung.

Im Iran hatte es ab Ende Dezember Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten gegeben, die sich rasch zu einer landesweiten Protestwelle gegen die Regierung ausweiteten. Teheran ließ die Demonstrationen im Januar blutig niedergeschlagen, tausende Menschen wurden getötet.

Die aktuellen Verhandlungen unter Vermittlung des Oman sind die ersten Gespräche zwischen Washington und Teheran seit dem Zwölf-Tage-Krieg im Juni, in dessen Verlauf die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und beharrt auf seinem Recht einer zivilen Nutzung der Atomenergie.

Vor wenigen Tagen hatte Trump der Führung in Teheran eine Frist bis Anfang März gesetzt. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi will Teheran in den kommenden Tagen einen Entwurf für ein Abkommen mit den USA vorlegen.

Der Iran und Oman erklärten, die Gespräche sollten am Donnerstag in Genf weitergehen. Die USA bestätigten dies bislang nicht.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Epstein-Affäre: Britische Polizei nimmt ehemaligen Botschafter Mandelson fest 

Nach dem früheren britischen Prinzen Andrew ist nun auch der Ex-Minister und ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, im Rahmen von Ermittlungen im Epstein-Skandal von der britischen Polizei festgenommen worden. "Beamte haben den 72-jährigen Mann wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs festgenommen", erklärte die Polizei am Montag, ohne Mandelsons Namen zu nennen. Mandelson wird die Weitergabe vertraulicher Regierungsinformationen an Epstein zur Last gelegt.

Neue Atomgespräche zwischen Teheran und Washington trotz verschärfter Spannungen

Trotz beidseitiger Drohgebärden und massiver Spannungen zwischen dem Iran und den USA sollen die Atomgespräche zwischen beiden Ländern am Donnerstag in Genf fortgeführt werden. Ein US-Behördenvertreter bestätigte den von Teheran zuvor angekündigten Termin der Atomgespräche unter Vermittlung des Omans am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Erwägungen über einen "begrenzten" Angriff auf den Iran geäußert, wenn Teheran nicht zu einem Abkommen mit den USA bereit sei. Teheran drohte daraufhin mit einer Reaktion in "voller Härte".

Epstein-Affäre: Britische Polizei nimmt Ex-Botschafter Mandelson fest 

Die britische Polizei hat den ehemaligen Botschafter in den USA, Peter Mandelson, im Rahmen von Ermittlungen im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre festgenommen. "Beamte haben den 72-jährigen Mann wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs festgenommen", erklärte die Polizei am Montag, ohne Mandelsons Namen zu nennen. Die Sender BBC und Sky News zeigten Aufnahmen, wie Mandelson, der mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war, von seinem Wohnsitz in London weggefahren wurde.

Südafrika "akzeptiert" von Trump ausgewählten neuen US-Botschafter

Johannesburg hat eigenen Angaben zufolge den neuen Botschafter Brent Bozell gebilligt, der die USA fortan in Südafrika repräsentieren soll. Das Außenministerium habe Bozell "akzeptiert", sagte ein Beamter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Im April werde eine offizielle Akkreditierungszeremonie des Botschafters mit Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa stattfinden, fügte er hinzu.

Textgröße ändern: