Deutsche Tageszeitung - Pistorius: Frieden in der Ukraine nur durch Stärke erreichbar

Pistorius: Frieden in der Ukraine nur durch Stärke erreichbar


Pistorius: Frieden in der Ukraine nur durch Stärke erreichbar
Pistorius: Frieden in der Ukraine nur durch Stärke erreichbar / Foto: © AFP/Archiv

Frieden in der Ukraine ist nach Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nur durch eigene Stärke erreichbar. Daher seien auch die Unterstützer der Ukraine weiterhin in der Pflicht, dem Land beizustehen und Stärke zu zeigen, sagte Pistorius am Dienstag im Deutschlandfunk. Diese Stärke gelte es, dann für Verhandlungen zu nutzen.

Textgröße ändern:

Vor genau vier Jahren hatte Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen das Land begonnen. Inzwischen sei daraus schon seit geraumer Zeit ein Abnutzungskrieg geworden, "es gibt kaum nennenswerte Bewegung auf dem Gefechtsfeld", sagte Pistorius. Auch sei militärisch in absehbarer Zeit keine Entscheidung zu erwarten.

Allerdings führe Russlands Präsident Wladimir Putin, "während er vorgibt, Friedensverhandlungen zu führen, einen Terrorkrieg gegen die Zivilbevölkerung", warf Pistorius dem Kreml-Chef vor. Er verwies darauf, dass Putin bei Temperaturen von minus 20 Grad ukrainische Energieanlagen und Städte angreifen lasse.

Der Minister würdigte den "unglaublichen Durchhaltewillen" der Ukrainerinnen und Ukrainer sowie deren "Stärke und Moral". Umgekehrt werde die wirtschaftliche Lage Russlands schwieriger. Daher sei es umso wichtiger, an der Unterstützung der Ukraine festzuhalten. "Jetzt ist der Zeitpunkt, um den Kurs erst recht zu halten", betonte der Minister.

Mit Blick auf die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper äußerte sich Pistorius allerdings erneut zurückhaltend. Er wies darauf hin, dass die Ukraine längst selbst über weitreichende Waffensysteme verfüge. Auch leiste Deutschland umfangreiche militärische Unterstützung.

Zu den Konditionen für eine Friedenslösung sagte Pistorius, es sei wichtig, Putin von künftigen Angriffen abzuhalten. Dazu gehörten auch Sicherheitsgarantien, dies funktioniere aber nur mit US-Rückendeckung. Über mögliche Zugeständnisse, auch Gebietsabtretungen, könne nur die Ukraine selbst entscheiden.

In Deutschland finden anlässlich des vierten Jahrestages des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine zahlreiche Veranstaltungen statt. Für den Abend (18.00 Uhr) haben deutsch-ukrainische Organisationen zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Steinmeier ehrt Medaillengewinner mit Silbernem Lorbeerblatt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Montag in Berlin zahlreiche Medaillengewinnerinnen und -gewinner der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Die 1950 von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftete Auszeichnung ist die höchste nationale Ehrung für Spitzenleistungen im deutschen Sport.

Kommunen warnen vor weiteren Rekorddefiziten: rund 30 Milliarden Euro pro Jahr

Die Kommunen haben vor weiteren Milliardendefiziten in den nächsten Jahren gewarnt - und den Bund zur Unterstützung aufgefordert. "Seit wenigen Tagen kennen wir die aktuelle Finanzprognose bis 2029 und der Befund ist dramatisch", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel (CDU), am Montag in Berlin. Für 2026 erwarteten die Kommunen ein Defizit von 29,7 Milliarden Euro, für 2027 von 29,6 Milliarden und für 2028 von 28,9 Milliarden.

Pantisano: Äußerung zu CDU "verkürzt und in dieser Form falsch"

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano hat sich für seine umstrittene Äußerung zur CDU entschuldigt. "Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch", erklärte er am Montag. "Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen."

Britischer Premierminister Starmer tritt zurück

Angesichts des massiven Drucks aus seiner eigenen Partei hat der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt angekündigt. "Ich werde als Vorsitzender der Labour-Partei zurücktreten", sagte Starmer am Montag vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London. Starmer gab bekannt, dass er bis zur Wahl seines Nachfolgers vorerst Regierungschef bleiben werde. Sein Nachfolger soll den Labour-Vorsitz und das damit verknüpfte Amt des Premierministers laut Starmer antreten, bevor das Parlament Anfang September aus der Sommerpause zurückkehrt.

Textgröße ändern: