Deutsche Tageszeitung - Peru: Übergangspräsident ernennt Ökonomin zur Regierungschefin

Peru: Übergangspräsident ernennt Ökonomin zur Regierungschefin


Peru: Übergangspräsident ernennt Ökonomin zur Regierungschefin
Peru: Übergangspräsident ernennt Ökonomin zur Regierungschefin / Foto: © Peruvian Presidency/AFP

Perus neuer Übergangspräsident José María Balcázar hat überraschend die 49-jährige Ökonomin Denisse Miralles zur Regierungschefin des südamerikanischen Landes ernannt. Miralles, die unter Balcázars abgesetztem Vorgänger José Jerí Wirtschaftsministerin war, wurde von dem Übergangspräsidenten am Dienstag (Ortszeit) im Regierungspalast in Lima vereidigt. Wenige Tage zuvor hatte Balcázar noch angekündigt, den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Hernando de Soto als Regierungschef ernennen zu wollen.

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Sechs weitere Minister der vorherigen Regierung wurden in ihren Ämtern bestätigt. "Das Land braucht eine entschlossene Wirtschaftsführung, einen kompromisslosen Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Wahrung der Stabilität, die Peru benötigt", erklärte das Präsidialamt. Von den 19 Ministerien werden fünf von Frauen geführt werden.

Balcázar war am vergangenen Mittwoch nach der Amtsenthebung von Jerí vom Parlament in Lima zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt worden. Damit wurde er automatisch Interims-Staatschef. Der 83-jährige Rechtsanwalt und ehemalige Richter wird bis zum Amtsantritt des nächsten gewählten Präsidenten übergangsweise an der Spitze des Staates stehen.

Jerí war bis Oktober ebenfalls Parlamentspräsident gewesen und trat dann übergangsweise die Nachfolge der ebenfalls vom Parlament abgesetzten Präsidentin Dina Boluarte an. Vergangene Woche war er wegen des Verdachts der Korruption nach nur vier Monaten im Amt selbst vom Parlament abgesetzt worden.

Die nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru finden am 12. April statt. Am 28. Juli kommt dann ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin ins Amt.

In den kommenden sechs Tagen werden Perus 36 Präsidentschaftskandidaten an einer Reihe von Fernsehdebatten teilnehmen, wie die Wahlbehörde mitteilte. Das beispiellose Format soll der Rekordzahl von Bewerbern gerecht werden. Gleichzeitig spiegelt es die starke Fragmentierung der politischen Landschaft des Andenstaates wider.

Peru durchlebt derzeit eine von Instabilität geprägte tiefgreifende politische Krise. Vier der letzten sieben Präsidenten wurden ihres Amtes enthoben, zwei traten zurück, um einer Amtsenthebung zu entgehen. Nur einer blieb während der gesamten Amtszeit Präsident.

(W.Uljanov--DTZ)

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