Deutsche Tageszeitung - Nordkoreas Machthaber Kim zeigt sich unter Bedingungen offen für beruhigtes Verhältnis mit den USA

Nordkoreas Machthaber Kim zeigt sich unter Bedingungen offen für beruhigtes Verhältnis mit den USA


Nordkoreas Machthaber Kim zeigt sich unter Bedingungen offen für beruhigtes Verhältnis mit den USA
Nordkoreas Machthaber Kim zeigt sich unter Bedingungen offen für beruhigtes Verhältnis mit den USA / Foto: © KCNA VIA KNS/AFP

Zum Abschluss des alle fünf Jahre stattfindenden Parteitags der nordkoreanischen Arbeiterpartei hat Machthaber Kim Jong Un sich unter Bedingungen offen für eine Entspannung des Verhältnisses Nordkoreas mit den USA gezeigt. Wenn Washington "den derzeitigen (atomaren) Status unseres Landes, wie in der Verfassung festgelegt, respektiert und seine feindselige Politik aufgibt, gibt es keinen Grund, warum wir nicht gut mit den USA auskommen könnten", sagte Kim am Mittwoch, wie die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete.

Textgröße ändern:

Gegenüber Südkorea schlug Kim derweil einen deutlich kämpferischeren Ton an. Nordkorea habe "absolut nichts mit Südkorea, seinem ärgsten Feind, zu tun und wird Südkorea dauerhaft aus der Kategorie der Landsleute ausschließen", sagte Kim KCNA zufolge. "Solange Südkorea sich den geopolitischen Gegebenheiten einer gemeinsamen Grenze mit uns nicht entziehen kann, besteht die einzige Möglichkeit, in Sicherheit zu leben, darin, alles aufzugeben, was mit uns zu tun hat, und uns in Ruhe zu lassen", fügte er hinzu.

Das Präsidialamt Südkoreas erklärte daraufhin, Seoul werde "sich weiterhin bemühen, eine Zukunft zu gestalten, in der Süden und Norden friedlich koexistieren". Um dies zu erreichen, müssten beide Länder "feindselige und konfrontative Äußerungen und Handlungen unterlassen und eine Grundlage gegenseitigen Respekts und Vertrauens schaffen", hieß es weiter.

Die Führung in Pjöngjang hatte am Mittwochabend zum Abschluss des mehrtägigen Parteitags eine Militärparade abgehalten. Demnach nahmen eine Reihe von Militäreinheiten an der Veranstaltung teil, darunter Truppen, die an der Seite der russischen Streitkräfte gegen ukrainische Soldaten gekämpft hatten, und solche, die in der Nähe der Grenze zu Südkorea stationiert sind.

Zum neunten Parteitag der Arbeiterpartei hatten sich tausende Führungskader im Haus der Kultur in der Hauptstadt Pjöngjang versammelt. Machthaber Kim war am vergangenen Donnerstag von den Delegierten mit großem Beifall begrüßt worden. In seiner Eröffnungsrede sagte er, Nordkorea habe "in unumkehrbarer Weise seinen Status auf der internationalen Bühne gefestigt". Zugleich nannte er eine Verbesserung der Lebensverhältnisse für die Bevölkerung des Landes als Priorität. Am Montag wurde er von den Delegierten als Generalsekretär der Arbeiterpartei wiedergewählt.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Grüne fordern Koalition zu Rücknahme von Heizungsgesetz auf - vor Anhörung im Bundestag

Vor der Expertenanhörung im Bundestag zum neuen Heizungsgesetz haben die Grünen die Koalition zur Umkehr aufgefordert. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, verwies am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf zwei Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, wonach die Vorlage grundgesetzwidrig sein könnte. Der Entwurf sei eine "konzeptlose Mogelpackung", sagte Kellner. "Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind verheerend für Union und SPD."

Proteste nach Wahlsieg von rechtem Hardliner bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien

Nach dem Wahlsieg des Rechtsaußen-Kandidaten Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist es in dem südamerikanischen Land zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. In Kolumbiens drittgrößter Stadt Cali setzten Demonstranten am Sonntagabend US-Fahnen in Brand und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, einige Protestierer warfen Steine.

USA und Iran richten Kommunikationskanal zur Straße von Hormus ein

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten "Vorfälle und Kommunikationspannen" verhindert und eine sichere Schifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht auf Montag nach einer ersten Verhandlungsrunde.

US-Diplomat: Verhandlungen mit iranischer Delegation in der Schweiz gehen weiter

Die Gespräche zwischen Delegationen der USA und des Iran in der Schweiz gehen nach US-Angaben trotz eines Streits um Äußerungen von Präsident Donald Trump weiter. Ein US-Diplomat sagte in der Nacht auf Montag, die iranische Delegation befinde sich nach wie vor im Luxushotel Bürgenstock. Es werde erwartet, dass die Gespräche die Nacht über fortgesetzt würden.

Textgröße ändern: