Deutsche Tageszeitung - Schlappe für Starmer: Labour verliert in Hochburg Manchester gegen die Grünen

Schlappe für Starmer: Labour verliert in Hochburg Manchester gegen die Grünen


Schlappe für Starmer: Labour verliert in Hochburg Manchester gegen die Grünen
Schlappe für Starmer: Labour verliert in Hochburg Manchester gegen die Grünen / Foto: © AFP

Die Labour-Partei des britischen Regierungschefs Keir Starmer hat bei einer Nachwahl in ihrer traditionellen Hochburg Manchester eine Niederlage kassiert, der Premierminister will trotzdem im Amt bleiben. Das Ergebnis sei zwar "enttäuschend" und er könne die "Frustration" der Wähler verstehen, erklärte Starmer am Freitag. Angesichts des steigenden Drucks auf ihn betonte Starmer aber: "Ich werde weiter für diese Menschen kämpfen, so lange ich atme."

Textgröße ändern:

Bei der mit Spannung verfolgten Nachwahl für das britische Parlament im Wahlkreis Gorton and Denton im Süden von Manchester, hatte die Labour-Partei am Donnerstag ihren Sitz an die Grünen verloren. Die grüne Kandidatin Hannah Spencer gewann laut dem offiziellen Ergebnis mit fast 15.000 Stimmen. Die sozialdemokratische Labour-Partei von Starmer landete mit nicht einmal 10.000 Stimmen hinter der einwanderungsfeindlichen Partei Reform UK nur auf dem dritten Platz.

Die Niederlage von Labour ist ein weiterer schwerer Schlag für Starmer, der so unbeliebt ist wie kein anderer britischer Regierungschef seit Beginn der Umfragen. Zudem bestätigt sie die Zersplitterung des bisherigen britischen Zwei-Parteien-Systems mit Labour und konservativen Tories. Die Nachwahl war notwendig geworden, nachdem der bisherige Labour-Abgeordnete aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Die Grünen-Kandidatin Spencer ist eine 34 Jahre alte Klempnerin und angehende Stuckateurin. Sie hatte darauf gesetzt, dank der pro-palästinensischen Haltung ihrer Partei die Stimmen von Muslimen zu bekommen, die 28 Prozent der Bevölkerung in dem Wahlkreis ausmachen. Zudem setzte sie stärker auf steigende Lebenshaltungskosten als Thema und nicht nur auf Umweltthemen. Mit ihrem Sieg verfügen die Grünen nun über fünf Sitze im Parlament in London.

Für Reform UK war der 44-jährige Politikwissenschaftler Matt Goodwin angetreten. Er erhielt rund 10.500 Stimmen. Labour schickte die örtliche Stadträtin Angeliki Stogia ins Rennen, die auf etwas mehr als 9300 Stimmen kam.

Die Kandidatur des bei der Partei-Linken beliebten Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, war von der Labour-Parteispitze blockiert worden. Burnhams Versuch, für einen Sitz im Parlament zu kandidieren, war allgemein als Vorstufe eines Versuchs gewertet worden, den zum gemäßigten Parteiflügel zählenden Starmer herauszufordern.

Der britische Premierminister sah sich zuletzt wiederholt mit Rücktrittsforderungen konfrontiert - auch im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Starmer hatte Anfang vergangenen Jahres den britischen Politiker Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt, obwohl er bereits wusste, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehalten hatte. Zwei von Starmers engsten Beratern traten wegen der Affäre bereits zurück. Der Premierminister erklärte hingegen, im Amt bleiben zu wollen.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Grüne fordern Koalition zu Rücknahme von Heizungsgesetz auf - vor Anhörung im Bundestag

Vor der Expertenanhörung im Bundestag zum neuen Heizungsgesetz haben die Grünen die Koalition zur Umkehr aufgefordert. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, verwies am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auf zwei Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, wonach die Vorlage grundgesetzwidrig sein könnte. Der Entwurf sei eine "konzeptlose Mogelpackung", sagte Kellner. "Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind verheerend für Union und SPD."

Proteste nach Wahlsieg von rechtem Hardliner bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien

Nach dem Wahlsieg des Rechtsaußen-Kandidaten Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist es in dem südamerikanischen Land zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. In Kolumbiens drittgrößter Stadt Cali setzten Demonstranten am Sonntagabend US-Fahnen in Brand und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, einige Protestierer warfen Steine.

USA und Iran richten Kommunikationskanal zur Straße von Hormus ein

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten "Vorfälle und Kommunikationspannen" verhindert und eine sichere Schifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht auf Montag nach einer ersten Verhandlungsrunde.

US-Diplomat: Verhandlungen mit iranischer Delegation in der Schweiz gehen weiter

Die Gespräche zwischen Delegationen der USA und des Iran in der Schweiz gehen nach US-Angaben trotz eines Streits um Äußerungen von Präsident Donald Trump weiter. Ein US-Diplomat sagte in der Nacht auf Montag, die iranische Delegation befinde sich nach wie vor im Luxushotel Bürgenstock. Es werde erwartet, dass die Gespräche die Nacht über fortgesetzt würden.

Textgröße ändern: