Deutsche Tageszeitung - Afghanistan verkündet Gefangennahme von pakistanischem Kampfjet-Pilot nach Abschuss

Afghanistan verkündet Gefangennahme von pakistanischem Kampfjet-Pilot nach Abschuss


Afghanistan verkündet Gefangennahme von pakistanischem Kampfjet-Pilot nach Abschuss
Afghanistan verkündet Gefangennahme von pakistanischem Kampfjet-Pilot nach Abschuss / Foto: © AFP

Im Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan ist ein pakistanisches Kampfflugzeug im afghanischen Dschalalabad abgestürzt und sein Pilot gefangengenommen worden. "Ein pakistanischer Kampfjet wurde im sechsten Bezirk der Stadt Dschalalabad abgeschossen und sein Pilot wurde lebend gefangengenommen", sagte Polizeisprecher Tajeb Hammad am Samstag. Der afghanische Armeesprecher Wahidullah Mohammadi bestätigte die Angaben.

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Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP hörte außer einem Kampfjet zwei Explosionen in Dschalalabad aus der Richtung des Flughafens. Anwohner sagten, sie hätten gesehen, dass der Pilot sich mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gerettet habe, bevor er gefangengenommen worden sei.

Das pakistanische Außenministerium wies die Angaben der afghanischen Behörden zurück. "Das ist eine falsche Behauptung. Völlig unwahr", sagte Sprecher Tahir Hussain Andrabi. Pakistan hatte am Freitag Luftangriffe auf die afghanische Hauptstadt Kabul und Kandahar im Süden des Landes geflogen, wo der Anführer der radikalislamischen Taliban, Hibatullah Achundsada, residiert.

Pakistan wirft Kabul vor, bewaffneten extremistischen Gruppen wie den pakistanischen Taliban (TTP) Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück. Die US-Regierung erklärte, sie unterstütze "Pakistans Recht auf Selbstverteidigung gegen Taliban-Angriffe".

In der Nacht zum vergangenen Sonntag hatte die pakistanische Armee tödliche Luftangriffe im Grenzgebiet geflogen. Nach Angaben der UN-Vertretung in Afghanistan wurden dabei mindestens 13 Zivilisten getötet, die Taliban-Regierung sprach von mindestens 18 Toten.

Aus Islamabad hieß es, die Angriffe seien eine Reaktion auf einen Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in der Hauptstadt und weitere Anschläge im Nordwesten Pakistans. Den Anschlag auf die Moschee in Islamabad vor drei Wochen, bei dem 31 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden waren, hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan kommt es immer wieder zu tödlicher Gewalt. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 haben sich die Konflikte verschärft.

Nachdem im Oktober bei einwöchigen Kämpfen zwischen Pakistan und Afghanistan im Grenzgebiet mehr als 70 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden, vereinbarten die beiden Nachbarländer zwar schließlich unter Vermittlung Katars und der Türkei eine Waffenruhe. Sie konnten sich aber in mehreren folgenden Verhandlungsrunden nicht auf eine dauerhafte Vereinbarung einigen.

(M.Dylatov--DTZ)

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