Deutsche Tageszeitung - Ölpreis steigt im frühen Handel

Ölpreis steigt im frühen Handel


Ölpreis steigt im frühen Handel
Ölpreis steigt im frühen Handel / Foto: © AFP

Infolge des Angriffs auf den Iran sind am Montagmorgen die Ölpreise wieder gestiegen. Zu Handelsbeginn in Asien kletterte der Ölpreis kurz über 82 Dollar pro Barrel, gab dann aber wieder nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notierte am Morgen bei 78,37 Dollar, ein Plus von fast acht Prozent im Vergleich zu Freitag. Die US-Sorte WTI erreichte 71,82 Dollar, ein Aufschlag von 7,21 Prozent.

Textgröße ändern:

Experten schätzen, der Ölpreis könnte auf bis zu 100 Dollar pro Barrel steigen. Der Iran kontrolliert die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Am Sonntag wurden dort drei Schiffe angegriffen, zahlreiche Reedereien stellten den Schiffsverkehr durch die Passage bereits ein.

Als Reaktion auf den Konflikt hatten Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere Mitglieder der Organisation erdöexportierender Länder und ihrer Partner (Opec+) am Sonntag angekündigt, ihre Produktionsquoten für April um 206.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist jedoch nur eine relativ kleine Menge.

Der Iran selbst gehört mit etwa 3,1 Millionen Barrel pro Tag zu den zehn größten Ölproduzenten der Welt und verfügt über die drittgrößten Rohölreserven der Welt. US-Angriffe auf die Infrastruktur des Landes könnten nachhaltige Folgen haben.

Besonders stark betroffen von einer längeren Unterbrechung der iranischen Öllieferungen wäre China. Auf den Iran entfallen etwa 13 Prozent der chinesischen Rohöleinfuhren auf dem Seeweg. Insgesamt sind laut der Internationalen Energieagentur mehr als 80 Prozent des über die Straße von Hormus transportierten Öls und Erdgases für die asiatischen Märkte bestimmt.

Die Gaspreise könnten ebenfalls steigen: Ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird ebenfalls über Hormus abgewickelt. Der Brennstoff stammt hauptsächlich aus Katar.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

SPD-Außenpolitiker zu Iran-Krieg: Regierung muss Völkerrechtsbruch benennen

Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran hat der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic die Bundesregierung zu einer klaren Haltung zum Völkerrecht gedrängt. "Wenn man Völkerrechtsbrüche nicht benennt, führt man Völkerrecht ad absurdum und man sieht der politischen Erosion zu", sagte er am Montag im Bayerischen Rundfunk. Es gehe dabei auch um Glaubwürdigkeit, denn an anderer Stelle sei klar benannt worden, "dass Russland die Ukraine völkerrechtswidrig überfällt".

Frankreich "bereit" zur Verteidigung der Golfstaaten und Jordaniens

Frankreich hat seine Bereitschaft zur Verteidigung der vom Iran angegriffenen Golfstaaten und Jordaniens erklärt. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sicherte "den befreundeten Ländern, die von den Raketen und Drohnen der iranischen Revolutionsgarden bewusst ins Visier genommen werden" die Unterstützung seines Landes zu. Frankreich sei "bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen", sagte Barrot am Montag in Paris. Er verwies dabei auf bestehende Abkommen mit den Partnern und das Prinzip der kollektiven Selbstverteidigung. Barrot erwähnte namentlich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Irak, Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien.

Mehrere US-Jets in Kuwait abgestürzt - Besatzung überlebt

Im Iran-Krieg sind im Golfstaat Kuwait sind am Montag nach offiziellen Angaben mehrere US-Kampfflugzeuge abgestürzt. Alle Besatzungsmitglieder hätten überlebt, erklärte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums, sie seien zur medizinischen Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden und befänden sich in "stabilem" Zustand. Die Ursache des Absturzes werde derzeit untersucht.

Verfassungsschutz: "Hohe abstrakte Gefährdung" für US- und israelische Einrichtungen

Angesichts des eskalierenden Iran-Konflikts sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eine "weiterhin hohe abstrakte Gefährdung" für Einrichtungen in Deutschland, die Israel und den USA nahestehen. Dazu zählten diplomatische Vertretungen oder militärische Standorte, erklärte die Behörde am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Gleichzeitig müsse angenommen werden, dass auch jüdische Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Schulen oder Synagogen "als Angriffsziele für etwaige Vergeltungsmaßnahmen infrage kommen".

Textgröße ändern: