Deutsche Tageszeitung - Iran-Krieg: US-Botschaften in Region angegriffen - Israelische Angriffe im Libanon

Iran-Krieg: US-Botschaften in Region angegriffen - Israelische Angriffe im Libanon


Iran-Krieg: US-Botschaften in Region angegriffen - Israelische Angriffe im Libanon
Iran-Krieg: US-Botschaften in Region angegriffen - Israelische Angriffe im Libanon / Foto: © AFP

Am vierten Tag des von den USA und Israel gestarteten Krieges gegen den Iran haben die Armeen der Länder erneut Angriffe in der Region verübt. In mehreren Golfstaaten kam es am Dienstag zu Explosionen, in Saudi-Arabien und Kuwait wurden die US-Botschaften mit Drohnen angegriffen, wie örtliche Behörden und Diplomaten berichteten. Die US-Armee meldete die Zerstörung von Kommandoposten der Iranischen Revolutionsgarden. Derweil verübte die israelische Armee eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe im Libanon und in Teheran, bei denen unter anderem das Gebäude des staatlichen iranischen Senders Irib getroffen wurde.

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Die US-Botschaft in Riad sei mit zwei Drohnen angegriffen worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. Dabei seien ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte später, acht Drohnen nahe Riad und al-Chardsch abgefangen und zerstört zu haben. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde "bald" Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad, Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.

Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude sei direkt getroffen worden, teilte ein in Kuwait stationierter Diplomat der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert wurden. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, das Land sei mit ballistischen Raketen aus dem Iran angegriffen worden. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe zwei ballistische Raketen abgefangen.

Die US-Armee erklärte, Kommandoposten und zentrale Waffensysteme der Iranischen Revolutionsgarden zerstört zu haben. "Iranische Luftverteidigungskapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussanlagen sowie Militärflugplätze" seien getroffen worden. Zuvor hatte die US-Armee erklärt, in den ersten 48 Stunden des Krieges mehr als 1250 Ziele im Iran angegriffen zu haben.

Das US-Außenministerium rief US-Bürger in fast allen Ländern des Nahen Ostens auf, die Region "sofort" auf kommerziellem Wege zu verlassen. Der Aufruf betraf vierzehn Länder der Region: Den Iran, Jordanien, Kuwait, den Libanon, den Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, Ägypten, Bahrain, Saudi-Arabien, den Irak, Syrien sowie Israel und die Palästinensergebiete.

Unterdessen verübte die israelische Armee mehrere Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon. Bei Angriffen in Teheran sei der Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib "angegriffen und zerstört" worden, erklärte die Armee. Sie bezeichnete den Sender als "das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes". Irib berichtete seinerseits von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen. Nach Zählung der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana wurden am Montag bei den Angriffen im Iran insgesamt 85 Zivilisten und elf Armeeangehörige getötet.

Die israelische Armee setzte außerdem ihre Angriffe gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon fort. Sie erklärte, "Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut" anzugreifen und sprach im Laufe des Dienstagmorgens Evakuierungsbefehle für etwa 50 Standorte größtenteils im Süden des Libanon aus, darunter die Viertel Ghobeiri, Hadath und Haret Hreik im Süden Beiruts.

Zuvor hatte der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar im Onlinedienst Telegram erklärt, die israelische Armee habe sein Büro in Harat Hreik attackiert. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den israelischen Angriffen bislang insgesamt mindestens 31 Menschen getötet und mindestens 149 weitere verletzt.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News derweil, der Iran-Krieg werde kein "endloser Krieg" werden. "Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern", sagte er und betonte, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen, da "ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb weniger Monate unangreifbar" gewesen wären.

Trump erklärte unterdessen, die USA kämen mit ihrem Militäreinsatz schneller voran als geplant. "Wir sind unseren Zeitprognosen bereits erheblich voraus", sagte er bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington. Zugleich betonte er, dass die US-Streitkräfte "weitaus länger" im Einsatz bleiben könnten als die ursprünglich geplanten "vier bis fünf Wochen". Trump schloss außerdem in einem Interview mit der "New York Post" den Einsatz von Bodentruppen nicht aus, fügte aber hinzu: "Wahrscheinlich brauchen wir sie nicht."

Mit der Entscheidung zum Angriff gegen den Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt, sagte der US-Präsident. "Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen", sagte Trump.

US-Außenminister Marco Rubio legte indes eine andere Erklärung für den Zeitpunkt der US-Angriffe vor. "Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten, höhere Verluste erleiden würden", sagte Rubio vor Journalisten im US-Kapitol.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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