Deutsche Tageszeitung - Sorge vor Extremisten in Staatsdienst: Bremen verschärft Einstellungsverfahren

Sorge vor Extremisten in Staatsdienst: Bremen verschärft Einstellungsverfahren


Sorge vor Extremisten in Staatsdienst: Bremen verschärft Einstellungsverfahren
Sorge vor Extremisten in Staatsdienst: Bremen verschärft Einstellungsverfahren / Foto: © AFP/Archiv

Das Bundesland Bremen will seinen öffentlichen Dienst besser vor Unterwanderung durch extremistische und verfassungsfeindliche Bewerber schützen. Der Senat beschloss nach Angaben vom Dienstag eine Gesetzesnovelle, die Einstellungsverfahren für Beamte und das Disziplinarrecht verschärft. Ergeben sich im Einstellungsverfahren oder durch öffentliche zugängliche Quellen etwa konkrete Zweifel an der Verfassungstreue, ist demnach eine anlassbezogene Anfrage an den Verfassungsschutz möglich.

Textgröße ändern:

Erkenntnisse aus sozialen Netzwerken zählten ausdrücklich dazu, teilte die fachlich zuständige Finanzbehörde in der Hansestadt mit. Die Regel soll demnach für Beamtinnen und Beamte gelten, die für eine Einstellung oder Übernahme von einem anderen Dienstherrn vorgesehen sind. Sechs Monate nach Ende des Einstellungsverfahren würden alle Informationen wieder gelöscht. Die Bürgerschaft muss der Novelle noch zustimmen.

Diese sieht nach Senatsangaben auch eine anlassbezogene Anfrage beim Verfassungsschutz vor, wenn sich bei Disziplinarverfahren gegen Beamte wegen eines Verstoßes gegen die Verfassungstreue Anhaltspunkte für ein Dienstvergehen ergeben. Auf richterliche Anordnung hin soll dann auch die Hautoberfläche in Augenschein genommen werden können, um mögliche verfassungsfeindliche Tätowierungen nachweisen zu können, wie es hieß. Dadurch sollten die Möglichkeiten zur Beweissicherung verbessert werden.

"Die Integrität des öffentlichen Diensts muss gewahrt bleiben. Gegner unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben im Staatsdienst nichts verloren", erklärte Finanzsenator Björn Fecker (Grüne). Das gelte "sowohl für Rechts- als auch Linksextremisten", fügte er hinzu.

Beamte legen einen Diensteid auf das Grundgesetz und alle hierzulande geltenden Gesetze an. Sie sind unter anderem dazu verpflichtet, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und deren Erhalt einzutreten. Diese Treuepflicht gilt selbst im Ruhestand weiter. Verstöße gelten als Dienstvergehen und können zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis führen.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Iran-nahe Gruppe bekennt sich zu Cyberangriffen auf zwei US-Konzerne

Eine Iran-nahe Hackergruppe hat zwei Cyberangriffe die US-Unternehmen Stryker und Verifone für sich beansprucht. Die Gruppe Handala bezeichnete den Cyberangriff auf den Medizintechnik-Konzern Stryker am Mittwoch im Onlinedienst X als Vergeltungsschlag für den "brutalen Angriff" auf eine iranische Grundschule mit womöglich mehr als 150 Toten vom 28. Februar. Nach Angaben der Hacker wurden mehr als 200.000 Systeme und Server in 79 Ländern lahmgelegt. Später gab die Gruppe den Angriff auf das Unternehmen Verifone bekannt, das Produkte für die Zahlungsabwicklung verkauft.

Klöckner bekräftigt bei Ukraine-Besuch Deutschlands Unterstützung

Bei ihrem Besuch in Kiew hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) der Ukraine am Mittwoch die fortlaufende Unterstützung Deutschlands zugesichert. "Wir verlieren sie in der Ukraine nicht aus dem Blick, im Gegenteil", sagte Klöckner in einer Rede vor dem Parlament in der ukrainischen Hauptstadt. Über den US-israelischen Krieg gegen den Iran sagte Klöckner später bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der russische Präsident Wladimir Putin sei darüber "alles andere als erfreut".

Erbschaftsteuer und Rundfunkbeitrag: Worüber Karlsruhe 2026 entscheiden will

Die Erbschaftsteuer, der Rundfunkbeitrag und die Elternschaft von zwei Müttern sind Themen, über die das Bundesverfassungsgericht in diesem Jahr entscheiden will. Das geht aus einer am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Übersicht hervor. Auch mit der Beschwerde des BSW zur Bundestagswahl will sich das Gericht demnach 2026 befassen.

Ultrarechter Wahlsieger Kast in Chile als Präsident vereidigt

In Chile ist der ultrarechte Politiker José Antonio Kast als Präsident vereidigt worden. Kast legte seinen Eid am Mittwoch bei einer Zeremonie vor dem Parlament in der Küstenstadt Valparaíso rund 110 Kilometer westlich von Santiago ab. Der deutschstämmige Sohn eines Wehrmachtssoldaten und Vater von neun Kindern folgt auf den linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric. Der 60-jährige Kast hatte die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft im Dezember für sich entschieden.

Textgröße ändern: