Deutsche Tageszeitung - Abschiebe-Razzien: US-Heimatschutzministerin Noem bei Kongressanhörung in der Kritik

Abschiebe-Razzien: US-Heimatschutzministerin Noem bei Kongressanhörung in der Kritik


Abschiebe-Razzien: US-Heimatschutzministerin Noem bei Kongressanhörung in der Kritik
Abschiebe-Razzien: US-Heimatschutzministerin Noem bei Kongressanhörung in der Kritik / Foto: © GETTY IMAGES/AFP

US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hat sich bei einer Kongress-Anhörung scharfe Kritik an den Abschiebe-Razzien der Trump-Regierung anhören müssen. Der demokratische Senator Dick Durbin sagte am Dienstag bei der Anhörung im Justizausschuss des Senats, unter Noems Führung habe das Heimatschutzministerium weder einen "moralischen Kompass" noch "Respekt für die Rechtsstaatlichkeit".

Textgröße ändern:

Einsatzkräfte der dem Heimatschutzministerium unterstehenden Polizeibehörden hätten "Chaos in unseren Städten" angerichtet, sagte Durbin weiter. "Sie streifen mit paramilitärischer Ausrüstung durch die Straßen, nehmen Menschen fest aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Akzents und der Sprache, die sie sprechen."

Die rabiate Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump und das Vorgehen der Einwanderungspolizei ICE sorgen seit Monaten für Proteste in den USA und für internationale Schlagzeilen. In den Fokus geriet vorübergehend die Großstadt Minneapolis, wo im Januar bei zwei Vorfällen zwei US-Bürger, Renee Good and Alex Pretti, von Einsatzkräften erschossen wurden.

Heimatschutzministerin Noem wurde nun erstmals seit diesen Vorfällen im Kongress befragt - und sprach den Angehörigen von Good und Pretti ihr Beileid für die "tragischen" Todesfälle aus. Zugleich bestritt sie, Good und Pretti als inländische Terroristen bezeichnet zu haben. Sie habe lediglich gesagt, es habe sich "anscheinend um einen Fall" von Inlandsterrorismus gehandelt.

Die Behörden hatten Good und Pretti zunächst vorgeworfen, Polizisten attackiert zu haben. Diese Darstellungen wurden durch zahlreiche Videoaufnahmen widerlegt.

Noem verteidigte bei der Senatsanhörung Trumps Abschiebepolitik, deren oberste Vollstreckerin sie ist. "Unser Ministerium hat historische Ergebnisse erzielt und unsere Gemeinschaft seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit sicherer gemacht", sagte sie. So sei die Zahl der Grenzübertritte von Mexiko in die USA auf einen historischen Tiefstand gesunken, außerdem seien "fast drei Millionen illegale Ausländer" abgeschoben worden.

Der demokratische Senator Chris Coons warf Noem vor, ihr Ministerium handle verfassungswidrig, um der Forderung des Weißen Hauses nach immer mehr Abschiebungen nachzukommen. "Deswegen gehen sie zu sensiblen Orten wie Kirchen und Krankenhäusern und Schulen. Deswegen haben sie Kinder, Ältere, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderung festgenommen."

Noem wies den Vorwurf zurück, es gebe "Quoten" für eine Abschiebung von Migranten. Vielmehr würden Menschen festgenommen und abgeschoben, die eine "Gefahr für die öffentliche Sicherheit" darstellen würden.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Regierungspartei von Ministerpräsident Abiy gewinnt Parlamentswahl in Äthiopien

Drei Wochen nach der Parlamentswahl in Äthiopien hat die Wahlkommission des ostafrikanischen Landes die regierende Wohlstands-Partei PP von Ministerpräsident Abiy Ahmed zum klaren Sieger erklärt. Nach der Auszählung aller Stimmen sicherte sich die PP rund 90 Prozent der Sitze im Parlament in Addis Abeba, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Demnach entfielen auf die PP 438 der insgesamt 486 Parlamentssitze.

Pistorius: Trump hat "Korken in die Straße von Hormus gedrückt"

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat US-Präsident Donald Trump die Verantwortung für die anhaltende Krise um die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zugewiesen. Letztlich habe Trump "den Korken in die Straße von Hormus reingedrückt", sagte Pistorius am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Aber wir haben ein Interesse daran, ihn wieder rauszuholen", fügte er hinzu. Voraussetzung für einen Bundeswehr-Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Meerenge sei unter anderem aber die Zustimmung der Anrainerstaaten Iran und Oman.

Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien begonnen - Enges Rennen erwartet

Duell in Kolumbien zwischen einem linksgerichteten Verfechter der Menschenrechte und einem ultrarechten Hardliner mit Rückendeckung aus Washington: Die extrem gegensätzlichen Kandidaten Iván Cepeda und Abelardo de la Espriella haben am Sonntag in einer Stichwahl um das Präsidentenamt in dem südamerikanischen Land gerungen. Die Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linksgerichteten Senator und dem rechtsgerichteten Rechtsanwalt voraus.

"Historische" Verhandlungen über Ende des Iran-Kriegs in der Schweiz begonnen

Fast vier Monate nach Beginn des Iran-Kriegs haben in einem Schweizer Luxushotel Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Der zu den Verhandlungen angereiste US-Vizepräsident JD Vance sprach am Sonntag von einem "historischen Treffen". Am Mittwoch hatten der Iran und die USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. An den Gesprächen sind Katar und Pakistan als Vermittler beteiligt.

Textgröße ändern: