Deutsche Tageszeitung - Iran-Krieg: Libanon meldet mindestens elf Tote bei israelischen Angriffen

Iran-Krieg: Libanon meldet mindestens elf Tote bei israelischen Angriffen


Iran-Krieg: Libanon meldet mindestens elf Tote bei israelischen Angriffen
Iran-Krieg: Libanon meldet mindestens elf Tote bei israelischen Angriffen / Foto: © AFP

Im Zuge des Iran-Krieges hat Israel weitere Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Bei den Angriffen wurden in der Nacht zum Mittwoch nach libanesischen Angaben mindestens elf Menschen getötet, die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete vier weitere Tote bei einem Angriff im Ostlibanon. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten derweil, sie hätten die "vollständige Kontrolle" über die Straße von Hormus. Die US-Armee gab bekannt, bislang fast 2000 Ziele im Iran getroffen zu haben.

Textgröße ändern:

Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge griff die israelische Armee die zwei Dörfer Aramoun und Saadijat südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut an und tötete dabei sechs Menschen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. NNA meldete zudem einen israelischen Angriff auf ein vierstöckiges Gebäude in einem Wohnviertel in der Stadt Baalbek im Osten des Landes. Dabei seien fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten an. Drei Menschen würden noch vermisst.

Außerdem berichtete NNA über einen israelischen Angriff auf ein Hotel in dem Beiruter Vorort Hasmieh. Krankenwagen seien im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur. Es war der erste israelische Angriff auf das mehrheitlich von Christen bewohnte Viertel der libanesischen Hauptstadt seit Beginn des Iran-Krieges.

Zuvor hatte die Hisbollah-Miliz erklärt, den israelischen Marinestützpunkt in Haifa im Norden Israels mit Raketen angegriffen zu haben. Die israelische Armee erklärte kurz darauf, mehrere anfliegende Geschosse seien entdeckt und die meisten davon abgeschossen worden.

Der Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah war im Zuge des US-israelischen Kriegs gegen den Iran wieder eskaliert. Die vom Iran finanzierte Miliz, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, hatte in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten derweil, sie hätten die "vollständige Kontrolle" über die Straße von Hormus. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den in der Meerenge festsitzenden Öltankern Geleitschutz "falls nötig" in Aussicht gestellt.

Die US-Armee gab bekannt, seit Beginn des Krieges gegen den Iran fast 2000 Ziele getroffen zu haben. Die Angriffe hätten "Irans Luftverteidigung massiv geschwächt und Hunderte von iranischen ballistischen Raketen, Startern und Drohnen zerstört", sagte der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos (Centcom), Brad Cooper, in einer Videobotschaft. Die US-Angriffe auf den Iran waren demnach in den ersten 24 Stunden des Krieges fast doppelt so umfangreich wie jene am ersten Tag des US-Krieges gegen den Irak im Jahr 2003.

Die israelische Armee startete derweil eine neue "breite Welle" von Angriffen auf Ziele im Iran. Die Angriffe zielten auf iranische "Abschussanlagen, Luftabwehrsysteme und weitere Infrastruktur", erklärte die Armee. Die israelische Polizei meldete derweil, bei iranischem Beschuss sei eine Frau im Raum Tel Aviv durch Splitter leicht verletzt worden.

In den Golfstaaten setzte der Iran seine Angriffe fort. Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte, zwei Marschflugkörper über dem Gebiet al-Chardsch südlich von Riad abgefangen zu haben. Die staatliche saudiarabische Nachrichtenagentur berichtete zudem unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums, neun Drohnen seien unmittelbar nach dem Eindringen in den Luftraum des Landes abgefangen worden.

In der Nähe des US-Konsulats in Dubai löste ein Drohnenangriff ein Feuer aus. Der Brand konnte nach Angaben der örtlichen Behörden unter Kontrolle gebracht werden. Es habe keine Verletzten gegeben.

Die US-Regierung erteilte derweil "aufgrund von Sicherheitsrisiken" den "nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeitern" seiner Botschaften in Saudi-Arabien und im Oman die Erlaubnis zur Ausreise. Die US-Botschaft in Saudi-Arabien war zuvor mit Drohnen attackiert worden, auch im Oman gab es in den vergangenen Tagen Angriffe.

Die katarischen Behörden zerschlugen außerdem nach Angaben der katarischen staatlichen Nachrichtenagentur zwei mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehende Spionagezellen. Zehn Verdächtige seien festgenommen worden. Sieben von ihnen hätten den Auftrag gehabt, zu spionieren und Informationen über wichtige militärische Infrastrukturen des Landes zu sammeln, drei hätten Sabotageakte begehen sollen.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Regierungspartei von Ministerpräsident Abiy gewinnt Parlamentswahl in Äthiopien

Drei Wochen nach der Parlamentswahl in Äthiopien hat die Wahlkommission des ostafrikanischen Landes die regierende Wohlstands-Partei PP von Ministerpräsident Abiy Ahmed zum klaren Sieger erklärt. Nach der Auszählung aller Stimmen sicherte sich die PP rund 90 Prozent der Sitze im Parlament in Addis Abeba, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Demnach entfielen auf die PP 438 der insgesamt 486 Parlamentssitze.

Pistorius: Trump hat "Korken in die Straße von Hormus gedrückt"

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat US-Präsident Donald Trump die Verantwortung für die anhaltende Krise um die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zugewiesen. Letztlich habe Trump "den Korken in die Straße von Hormus reingedrückt", sagte Pistorius am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Aber wir haben ein Interesse daran, ihn wieder rauszuholen", fügte er hinzu. Voraussetzung für einen Bundeswehr-Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Meerenge sei unter anderem aber die Zustimmung der Anrainerstaaten Iran und Oman.

Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien begonnen - Enges Rennen erwartet

Duell in Kolumbien zwischen einem linksgerichteten Verfechter der Menschenrechte und einem ultrarechten Hardliner mit Rückendeckung aus Washington: Die extrem gegensätzlichen Kandidaten Iván Cepeda und Abelardo de la Espriella haben am Sonntag in einer Stichwahl um das Präsidentenamt in dem südamerikanischen Land gerungen. Die Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linksgerichteten Senator und dem rechtsgerichteten Rechtsanwalt voraus.

"Historische" Verhandlungen über Ende des Iran-Kriegs in der Schweiz begonnen

Fast vier Monate nach Beginn des Iran-Kriegs haben in einem Schweizer Luxushotel Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Der zu den Verhandlungen angereiste US-Vizepräsident JD Vance sprach am Sonntag von einem "historischen Treffen". Am Mittwoch hatten der Iran und die USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. An den Gesprächen sind Katar und Pakistan als Vermittler beteiligt.

Textgröße ändern: