Deutsche Tageszeitung - Zwei weitere Festnahmen im Fall des getöteten Ultrarechten in Lyon

Zwei weitere Festnahmen im Fall des getöteten Ultrarechten in Lyon


Zwei weitere Festnahmen im Fall des getöteten Ultrarechten in Lyon
Zwei weitere Festnahmen im Fall des getöteten Ultrarechten in Lyon / Foto: © AFP/Archiv

Gut zwei Wochen nach dem Tod des ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque in Folge einer Schlägerei mit Linksextremen hat die französische Polizei zwei weitere junge Männer in Gewahrsam genommen. "Wir gehen davon aus, dass wir nun alle festgenommen haben, die an den Schlägen auf Quentin Deranque beteiligt waren", hieß es am Mittwoch in Polizeikreisen.

Textgröße ändern:

Die beiden Männer im Alter von 22 und 26 Jahren seien im Großraum Lyon und im nordöstlichen Département Aude festgenommen worden. Die Justiz ermittelt bereits gegen sechs Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren wegen Totschlags und gegen einen wegen Beihilfe zum Totschlag.

Zwei der Verdächtigen sind ehemalige Mitarbeiter des linkspopulistischen Abgeordneten Raphaël Arnault. Die übrigen gelten als Anhänger der von Arnault gegründeten und im vergangenen Sommer vom Innenministerium aufgelösten linksextremen Gruppe Jeune Garde.

Der Tod des 23 Jahre alten Quentin hatte in Frankreich zu erheblichen Spannungen zwischen den politischen Lagern geführt. Mehr als 3200 Menschen beteiligten sich an einem Trauermarsch für den Getöteten, zu dem rechtsextreme und erzkatholische Gruppen aufgerufen hatten.

Deranque, der Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen hatte, hatte sich Mitte Februar an Protesten gegen die linkspopulistische EU-Abgeordnete Rima Hassan an einer Hochschule in Lyon beteiligt. Anschließend kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen rechts- und linksextremen Aktivisten. Deranque wurde von mehreren Vermummten zusammengeschlagen und starb zwei Tage später an einer schweren Kopfverletzung.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Nato fängt Rakete aus dem Iran über dem östlichen Mittelmeerraum ab

Eine aus dem Iran abgeschossene und in Richtung des türkischen Luftraumes fliegende Rakete ist von einem Nato-Abwehrsystem zerstört worden. Wie das Verteidigungsministerium in Ankara am Mittwoch mitteilte, wurde die Rakete im östlichen Mittelmeerraum abgefangen. Ein türkischer Regierungsvertreter teilte mit, die Rakete habe offenbar nicht das Nato-Mitglied Türkei zum Ziel gehabt, sondern eine Militärbasis auf Zypern. Die Rakete sei aber wohl "vom Kurs abgekommen".

Hegseth: US-U-Boot versenkt iranisches Kriegsschiff im Indischen Ozean - Dutzende Tote

Ein U-Boot der US-Marine hat im Indischen Ozean ein iranisches Kriegsschiff versenkt. Wie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Mittwoch vor Journalisten sagte, habe die Besatzung des iranischen Schiffes gedacht, "es sei in internationalen Gewässern sicher. Stattdessen wurde es von einem Torpedo versenkt." Zuvor hatte die Behörden in Sri Lanka mitgeteilt, die iranische Fregatte "Iris Dena" sei gesunken. Laut Polizei wurden bislang 87 Leichen geborgen.

Iran-Krieg: Neue massive Angriffe - Mädchen in Kuwait getötet - USA versenken iranisches Kriegsschiff

Die gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg sind am Mittwoch mit unverminderter Härte fortgesetzt worden: Die israelische Luftwaffe flog nach Armeeangaben eine weitere Angriffswelle auf "dutzende Ziele" und ein US-U-Boot versenkte ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten ihrerseits nach eigenen Angaben mehr als 40 Raketen auf Ziele Israels und der USA in der Golfregion ab. In Kuwait wurde ein elfjähriges Mädchen durch herabfallende Trümmer getötet. Erstmals meldete auch die Türkei den Abschuss einer iranischen Rakete durch ein Nato-Abwehrsystem.

Iran-Krieg: Weitere Evakuierungsflüge geplant - Sicherheitslage unverändert

Für die im Nahen Osten gestrandeten Reisenden aus Deutschland plant die Bundesregierung weitere Flüge. Seit Beginn des Iran-Krieges arbeite die Bundesregierung "auf Hochtouren gemeinsam mit der Reiseindustrie daran, weitere Ausreisemöglichkeiten zu schaffen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Ein erster Evakuierungsflug sollte am Mittwochabend von Maskat, der Hauptstadt des Oman, nach Frankfurt am Main abheben.

Textgröße ändern: