Deutsche Tageszeitung - Präsidentenwahl in Frankreich: Rechtspopulist Bardella in Umfrage vorn

Präsidentenwahl in Frankreich: Rechtspopulist Bardella in Umfrage vorn


Präsidentenwahl in Frankreich: Rechtspopulist Bardella in Umfrage vorn
Präsidentenwahl in Frankreich: Rechtspopulist Bardella in Umfrage vorn / Foto: © AFP/Archiv

In Frankreich liegt der 30 Jahre alte Rechtspopulist Jordan Bardella in einer Umfrage zur Präsidentschaftswahl deutlich vorn: Der Chef der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) käme in der ersten Runde auf 36 Prozent, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Ifop-Instituts hervorgeht. Auf diesen Wert käme er unabhängig davon, welcher der beiden derzeit gehandelten Kandidaten für das Regierungslager antreten würde - Ex-Premierminister Edouard Philippe oder dessen Nachfolger Gabriel Attal. Die Präsidentschaftswahl in Frankreich findet im April 2027 statt.

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RN-Fraktionschefin Marine Le Pen kann nur antreten, falls sie in einem derzeit laufenden Berufungsverfahren wegen Korruption eine deutlich geringere Strafe bekommt. Sie käme der Umfrage zufolge in der ersten Runde - je nach Gegenkandidat - auf 34 oder 35 Prozent. Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht direkt wieder antreten.

Philippe käme der Umfrage zufolge als möglicher gemeinsamer Kandidat des Mitte-Rechts-Lagers auf 16 Prozent, während Attal zwischen zehn und elf Prozent der Stimmen erhalten würde. Der erklärte Kandidat der Republikaner, Bruno Retailleau, liegt zwischen zehn und zwölf Prozent.

Im linken Lager käme Jean‑Luc Mélenchon, Chef der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), auf zehn bis elf Prozent. Der gemäigte Linke Raphaël Glucksmann liegt bei zehn bis zwölf Prozent. Ex-Präsident François Hollande, dem ebenfalls Ambitionen nachgesagt werden, es noch einmal zu versuchen, bliebe unterhalb von acht Prozent.

Für die repräsentative Online-Umfrage am 26. und 27. Februar wurden knapp 1400 eingetragene Wähler und Wählerinnen befragt.

Bardella hatte Ende Oktober ein Buch mit dem Titel "Was die Franzosen wollen" veröffentlicht und engagiert sich derzeit im Kommunalwahlkampf. Zu seinen politischen Prioritäten zählen eine verschärfte Einwanderungspolitik und ein Konfrontationskurs mit Brüssel.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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