Deutsche Tageszeitung - Erneute israelische Luftangriffe auf südliche Vororte von Beirut und Sidon

Erneute israelische Luftangriffe auf südliche Vororte von Beirut und Sidon


Erneute israelische Luftangriffe auf südliche Vororte von Beirut und Sidon
Erneute israelische Luftangriffe auf südliche Vororte von Beirut und Sidon / Foto: © AFP

Die israelische Armee hat ihre Angriffswelle auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut mit neuen Bombardierungen fortgesetzt. Die israelischen Streitkräfte flögen "Angriffe auf Infrastrukturen der Hisbollah" im Vorort Dahijeh, erklärte die Armee am Freitag. Am Vortag hatte Israel die Bewohner Beiruts dazu aufgerufen, alle südlichen Vororte zu verlassen und die Armee hatte mit Angriffen auf südliche Vororte der Stadt begonnen.

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Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam warnte angesichts der Angriffswelle vor einer drohenden "humanitären Katastrophe". Unter den Bewohnern Beiruts war am Donnerstag Panik ausgebrochen, nachdem Israel zur Evakuierung aufgerufen hatte. Zahlreiche Menschen flohen aus der Stadt. "Die humanitären und politischen Folgen dieser Vertreibung könnten beispiellos sein", fügte Salam hinzu.

"Feindliche Kampfflugzeuge haben einen Luftangriff auf die südlichen Vororte" von Beirut geflogen, erklärte auch die staatliche libanesische Nachrichtenagentur am Freitag. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen Rauchwolken, die über dem dicht besidelten Vorort aufstiegen.

Auch auf die libanesische Küstenstadt Sidon sei ein Angriff geflogen worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur Ani. Wie ein AFP-Fotograf beobachtete, traf der Angriff den zehnten Stock eines Bürogebäudes nahe Unterkünften für Vertriebene. Rettungskräfte bargen demnach mindestens ein Todesopfer.

Im Zuge des Iran-Kriegs eskaliert auch wieder der Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Die von Teheran unterstützte Hisbollah hatte nach dem Tod des obersten Führers im Iran, Ali Chamenei, am Montag mit neuen Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel begonnen. Israel weitete daraufhin seine Militäroffensive im Libanon gegen die Hisbollah aus. Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden seitdem mindestens 123 Menschen getötet und mehr als 680 weitere verletzt.

Die Uno verlangte eine Untersuchung der israelischen Angriffe auf den Libanon, um festzustellen, ob sie internationalem Recht entsprechen. "Die zerstörerische Auswirkung dieses erneuten Konflikts ist schon zu sehen, Zivilisten zahlen einen schmerzhaft hohen Preis", erklärte die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros in Genf, Ravina Shamdasani. Sie verlangte daher "schnelle und gründliche Ermittlungen" zu dem israelischen Vorgehen.

(W.Uljanov--DTZ)

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