Deutsche Tageszeitung - Mindestens elf Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ukraine

Mindestens elf Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ukraine


Mindestens elf Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ukraine
Mindestens elf Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ukraine / Foto: © AFP

Bei neuen massiven Angriffen Russlands auf die Ukraine sind in der Nacht zu Samstag mindestens elf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Nach offiziellen Angaben wurden alleine in der zweitgrößten Stadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland neun Menschen getötet. In der gesamten Ukraine wurde wegen der Angriffe mit dutzenden Raketen und hunderten Drohnen Luftalarm ausgelöst.

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Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj feuerte die russische Armee 29 Raketen und 480 Drohnen auf die Ukraine ab. Die Angriffe hätten sich auch gegen die Energieinfrastruktur und Bahnanlagen in der Ukraine gerichtet. Selenskyj forderte die Verbündeten vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs auf, dem Land weitere militärische Unterstützung bereitzustellen.

Die Menschen in Charkiw kamen beim Angriff auf einen fünfstöckigen Wohnblock ums Leben, der komplett zerstört wurde. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, wie Rettungskräfte in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern suchten. Laut Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow waren unter den zehn Verletzten zwei Jungen im Alter von sechs und elf Jahren und eine 17-jährige Jugendliche.

In der Stadt Tschugujiw in der Region Charkiw wurde nach Angaben von Bürgermeisterin Galyna Minajewa zwei Menschen bei einem Drohnenagriff auf ein Gebäude im Stadtzentrum verletzt.

Ein weiterer Mensch wurde in der Region Dnipropetrowsk getötet. Laut Gouverneur Oleksandr Ganscha wurde die Region in der Nacht rund 20 Mal mit Drohnen, Artillerie und Raketen attackiert.

In der Region Sumy an der Grenze zu Russland wurde ein 24-jähriger Mann in seinem Auto bei einem Drohnenagriff getötet. In der südlichen Region Saporischschja wurde laut Behörden ein Baby bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. In der Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben der örtlichen Behörden drei Menschen verletzt.

Von der russischen Seite hieß es, das Militär habe "massive Hochpräzisionsschläge" gegen militärische Ziele in der Ukraine ausgeführt. Angriffe auf die zivile Infrastruktur weist die russische Seite für gewöhnlich zurück. Die russische Armee teilte mit, mehr als 120 Drohnen in der Nacht abgefangen zu haben.

Die von Moskau eingerichtete Verwaltung in der besetzten Region Cherson berichtete von einem Toten und vier Verletzten infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs.

In Polen ließ die Luftwaffe mehrere Kampfflugzeuge zum Schutz des eigenen Luftraums in an die Ukraine angrenzenden Regionen aufsteigen. Die polnische Luftwaffe tut dies häufig bei massiven russischen Luftangriffen.

Am Donnerstag und Freitag hatten Russland und die Ukraine 500 Kriegsgefangene ausgetauscht. Dies war das Ergebnis der jüngsten Verhandlungen im schweizerischen Genf. Nach Angaben Selenskyjs hatte es in dieser Woche weitere Gespräche in Abu Dhabi geben sollen; das Golf-Emirat wurde jedoch von Angriffen im Zuge des Iran-Kriegs getroffen. Selenskyj schlug daher vor, das nächste Treffen in der Schweiz oder in der Türkei abzuhalten.

(P.Tomczyk--DTZ)

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