Deutsche Tageszeitung - Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine

Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine


Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine
Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der internationalen Aufmerksamkeit für den Iran-Krieg hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) der Ukraine die anhaltende Unterstützung Deutschlands zugesagt. In einer Rede vor dem ukrainischen Parlament sagte Klöckner am Mittwoch laut dem vorab verbreiteten Redetext, sie wolle den Menschen in dem Russland angegriffenen Land eine Sorge nehmen: "Wir verlieren Sie in der Ukraine nicht aus dem Blick – im Gegenteil!"

Textgröße ändern:

Klöckner hielt als erste Vertreterin Deutschlands eine Rede vor dem ukrainischen Parlament. Der Besuch erfolgte nach Angaben der Bundestags-Pressestelle auf Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk.

Klöckner forderte laut Redetext in ihrer Ansprache, russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren und zu ahnden. "Das schulden wir den Opfern – und der Zukunft. Denn wo Verbrechen folgenlos bleiben, wächst das nächste Unrecht." Dabei müsse bei der Sicherung von Beweisen auch "an der Front der Wahrheit" gekämpft werden, sagte die Bundestagspräsidentin. Der Kampf gegen Propaganda sei "kein Nebenschauplatz", sondern "Teil der Verteidigung der Demokratie".

Die Bundestagspräsidentin drückte laut Redetext ihren Respekt für das Land aus, das selbst "unter Angriffen handlungsfähig" bleibe - im Staat, in den Kommunen, in den Familien, an der Front, in Krankenhäusern und Schulen. Die Ukraine trete täglich den Beweis dafür an, dass sie "demokratisch ist – und demokratisch bleiben will." "Deutschland sieht das. Und Deutschland bleibt an Ihrer Seite."

Kein Land solle "an Krieg und Teilung zugrunde gehen", betonte Klöckner. "Keine Demokratie darf sich daran gewöhnen, dass ein Nachbarstaat ihr Existenzrecht bestreitet." Die Ukraine werde daher von Deutschland weiter politisch, finanziell, humanitär und militärisch unterstützt.

Zugleich rief Klöckner die Ukraine dazu auf, den eingeschlagenen Reformkurs und den Kampf gegen Korruption fortzusetzen. "Ich kann Sie nur bestärken: Führen Sie diese Debatten, offen und parlamentarisch!"

Die Bundestagspräsidentin würdigte, dass auch die Ukraine Europa angesichts der unsicheren geopolitischen Lage unterstütze. "Europa lernt von der Ukraine – technologisch, organisatorisch, auch in der Resilienz von Gesellschaft und Staat." Das Land habe "unter den Bedingungen dieses Krieges Fähigkeiten aufgebaut, die für die Sicherheit Europas insgesamt relevant sind".

Klöckner sollte nach Angaben der Bundestags-Pressestelle in Kiew auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Auch ein Gespräch mit Oppositionsabgeordneten war demnach geplant. Im Mittelpunkt der Gespräche sollten demnach die fortlaufende Unterstützung Deutschlands für die Ukraine, die geopolitische Lage sowie "die Widerstandsfähigkeit des Parlamentarismus in Kriegszeiten" stehen. Geplant waren zudem Ortstermine zur Energie-Infrastruktur, zu den Zerstörungen des Krieges und zum Thema Drohnen.

Ihre Einladung zur Rede vor dem ukrainischen Parlament bezeichnete Klöckner als "eine große Ehre und eine sehr berührende Geste". Dies sei auch "ein starkes Zeichen der Verbundenheit unserer Länder und Parlamente".

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Trump droht mit dauerhafter Schließung des Kennedy Centers in Washington

US-Präsident Donald Trump hat mit der dauerhaften Schließung des renommierten Kennedy Centers in Washington gedroht. Sollte die Justiz eine Umbenennung erneut stoppen, würden "der Umbau und die Renovierung des Kennedy Centers nicht stattfinden", schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Zuvor hatte er die Schließung der Kultureinrichtung mitgeteilt.

Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein

Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges vor gut sechs Monaten haben die USA einen Munitionsmangel eingeräumt: Die Generalinspektion des Pentagon verwies in ihrem Pflichtbericht an den Kongress darauf, dass Munition infolge des Krieges knapp geworden sei. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) bezifferte die bisherigen Gesamtkosten des Krieges am Dienstag auf 38 Milliarden Dollar (rund 33 Milliarden Euro).

US-Reise: Pistorius vereinbart mit Hegseth enge Rüstungszusammenarbeit

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat bei seiner Reise in die USA eine enge Rüstungszusammenarbeit mit der Regierung von Präsident Donald Trump vereinbart. Dazu unterschrieb Pistorius am Dienstag in Washington eine Absichtserklärung mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth. Bereits zugesagt haben die USA den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland. Pistorius will zudem den ersten Tarnkappen-Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang nehmen.

Pistorius betont Einigkeit mit USA bei Truppenabzug und Tomahawks

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich am ersten Tag seiner Reise in die USA zufrieden über seine Absprachen mit dem US-Kollegen Pete Hegseth geäußert. Deutschland wie die Vereinigten Staaten wollten verhindern, dass "angesichts der Bedrohung, die von Russland ausgeht (...) gefährliche Fähigkeitslücken" in Europa entstünden, sagte Pistorius in Washington nach einem Treffen mit Hegseth am Dienstag im Pentagon.

Textgröße ändern: