Deutsche Tageszeitung - Neue iranische Angriffswelle auf Öl-Anlagen in Golfregion - Ölpreise steigen erneut

Neue iranische Angriffswelle auf Öl-Anlagen in Golfregion - Ölpreise steigen erneut


Neue iranische Angriffswelle auf Öl-Anlagen in Golfregion - Ölpreise steigen erneut
Neue iranische Angriffswelle auf Öl-Anlagen in Golfregion - Ölpreise steigen erneut / Foto: © AFP

Der Iran hat am Donnerstag eine neue Angriffswelle gegen die Ölinfrastruktur in den Golfstaaten gestartet. Die Angriffe richteten sich gegen Ziele in Bahrain, Saudi-Arabien und im Oman. Bei Attacken auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak war nach Angaben der irakischen Hafenbehörde zuvor ein Besatzungsmitglied getötet worden. US-Präsident Donald Trump sagte, der Iran stehe kurz vor der Niederlage. Ein sofortiges Kriegsende sei aber nicht zu erwarten. Der Ölpreis stieg weiter.

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Trump betonte, der Iran sei "ziemlich am Ende". Dies bedeute aber nicht, dass die USA den Krieg "sofort beenden". Die US-Armee könne ihre Angriffe auf "Teile von Teheran und andere Orte" ausweiten, warnte Trump. Dadurch würde ein Wiederaufbau des Iran "fast unmöglich". Er fügte jedoch hinzu: "Das wollen wir nicht." Zuvor hatte er mit Blick auf den Iran-Krieg angekündigt, die USA würden "den Job zu Ende" bringen.

Der Iran hatte erklärt, solange die US-israelischen Angriffe auf das Land anhielten, werde kein einziger Liter Öl aus den Golfstaaten exportiert. Die iranischen Revolutionsgarden warnten die USA und Israel am Mittwoch vor einem "Abnutzungskrieg, der die gesamte US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft zerstören wird".

Der Preis für ein Barrel Öl der Referenzsorte Brent überstieg am Donnerstagmorgen wieder die Marke von 100 Dollar. Die Ankündigung der Internationalen Energie-Agentur (IEA), dass ihre Mitgliedstaaten insgesamt 400 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freigeben, konnte die Nervosität an den Märkten nicht eindämmen. Die USA erklärten, sie würden wegen des Ölpreisschocks 172 Millionen Barrel ihrer Reserven freigeben.

Mehrere Golfstaaten meldeten am Donnerstag neue Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur. Die Behörden in Bahrain warfen dem Iran einen Angriff auf Treibstofflager vor. In Saudi-Arabien fing die Armee nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwei Drohnen ab, die auf dem Weg zu dem Ölfeld Schaybah im Südosten des Landes gewesen seien. In einem Hafen im Oman wurden Treibstofftanks von Drohnen getroffen.

Seit Mittwoch wurden außerdem mehrere Angriffe auf Frachtschiffe in der Golfregion gemeldet. In der Nacht zum Donnerstag wurden zwei Tanker vor der irakischen Küste angegriffen. Die irakische Hafenbehörde meldete ein Todesopfer. 38 weitere Besatzungsmitglieder seien gerettet worden. Die Suche nach Vermissten dauere an. Nach Angaben der indischen Botschaft im Irak stammte das Todesopfer aus Indien.

Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) meldete zudem einen Angriff auf ein Containerschiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Tanker sei "von einem unbekannten Geschoss getroffen" worden. Dabei sein ein kleiner Brand an Bord ausgebrochen. Die Besatzung des Schiffs sei unverletzt.

Am Mittwoch hatten die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus ein thailändisches Containerschiff angegriffen. Drei vermisste Besatzungsmitglieder wurden laut dem Eigentümer des Frachters vermutlich im Maschinenraum eingeschlossen, in dem ein Feuer ausgebrochen sei.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar sind immer wieder Schiffe in den Gewässern der Golfregion angegriffen worden, darunter auch in der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels für gesperrt erklärt. Normalerweise passiert rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports die Straße von Hormus.

Der Iran und Israel setzten derweil ihre gegenseitigen Luftangriffe fort. Der Iran nahm dabei nach eigenen Angaben Militärstützpunkte und das Hauptquartier des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet ins Visier. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Donnerstagmorgen von lauten Explosionen über Jerusalem. Zuvor war in der Stadt Luftalarm ausgelöst worden.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine "neue Welle großangelegter Angriffe gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im gesamten Iran gestartet".

(V.Sørensen--DTZ)

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