Deutsche Tageszeitung - Irans Blockade der Straße von Hormus: Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten

Irans Blockade der Straße von Hormus: Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten


Irans Blockade der Straße von Hormus: Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten
Irans Blockade der Straße von Hormus: Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten / Foto: © AFP

Nach ablehnenden Reaktionen auf seine Forderung nach einem Nato-Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump eine mangelnde Hilfsbereitschaft von Verbündeten im Iran-Krieg beklagt. Einige der Verbündeten hätten "nicht besonders begeistert" auf seine Forderung reagiert, konstatierte Trump am Montag. "Seit 40 Jahren beschützen wir Euch, und Ihr wollt Euch nicht beteiligen", sagte er an deren Adresse.

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Deutschland nannte Trump dabei aber nicht ausdrücklich - obwohl sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dezidiert gegen seine Forderung gestellt hatte. "Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt", sagte der Kanzler in Berlin. Auch betonte er: "Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, deshalb ist die Nato hier nicht gefragt."

Die an den Iran grenzende Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran haben die iranischen Streitkräfte die Meerenge de facto gesperrt - was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise beigetragen hat. Gleichwohl kamen aus einer Reihe von Nato-Staaten ablehnende Antworten auf Trumps Vorstoß für einen Einsatz der Allianz in dem Meeresgebiet.

Der britische Premierminister Keir Starmer sagte zwar, Großbritannien arbeite mit Verbündeten an einem "machbaren" Plan, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Einen Einsatz im Rahmen der Nato schloss er jedoch aus: "Es wird keine Nato-Mission sein."

Trump zeigte sich "nicht glücklich" über die Reaktion Starmers. Doch äußerte er die Hoffnung, dass sich Großbritannien "vielleicht" an einem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen werde. Auf Deutschland ging der US-Präsident nicht explizit ein. Er sagte aber, unter den Kritikern seines Vorschlags seien Staaten, in denen Zehntausende US-Soldaten stationiert seien. In Deutschland ist das größte Kontingent von US-Soldaten in Europa stationiert.

Trump hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview erneut Unterstützung durch Verbündete in der Straße von Hormus eingefordert. Bleibe sie aus, wäre dies "sehr schlecht für die Zukunft der Nato", warnte er. Die USA hätten die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt. Er erwarte daher Hilfe der europäischen Verbündeten in der Straße von Hormus.

Die Außenminister der Europäischen Union berieten am Montag über die EU-Marinemission Aspides, deren Mandat auch die Straße von Hormus umfasst. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte jedoch anschließend, die EU beabsichtige derzeit keine Ausweitung dieser Mission: "Niemand will aktiv in diesen Krieg ziehen." Die EU hatte die Mission im Februar 2024 beschlossen, sie soll die Schifffahrt im Roten Meer vor Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen schützen.

Auch außerhalb Europas zeigten sich Verbündete der USA zurückhaltend bis ablehnend zu einem internationalen Militäreinsatz in der Straße von Hormus. So erklärte die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi, jeder maritime Sicherheitseinsatz ihres Landes wäre "rechtlich außerordentlich schwierig".

Nach mehr als zwei Wochen intensiver US-israelischer Angriffe zeigte sich die Führung in Teheran am Montag weiter unnachgiebig. Außenminister Abbas Araghtschi kündigte an, der Iran werde den Krieg "so weit wie nötig" weiterzuführen. In einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf sagte der iranische Botschafter Ali Bahreini, sein Land beuge sich nicht "dem Zwang, der Einschüchterung oder der illegalen Aggression".

Die iranischen Revolutionsgarden drohten damit, US-Firmen in der Region anzugreifen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte vergangene Woche eine Liste mit möglichen Zielen des Iran veröffentlicht, darunter waren Büros von Tech-Giganten wie Amazon, Google, Microsoft und Nvidia in den Golfstaaten.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag wurden der damalige oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran greift seitdem Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region mit Raketen und Drohnen an.

Die gegenseitigen Angriffe gingen am Montag weiter. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten "eine umfassende Welle von Angriffen" auf die iranische Hauptstadt Teheran, auf Schiras im Süden und auf Täbris im Nordwesten geflogen.

Die Revolutionsgarden erklärten, sie hätten die israelische Metropole Tel Aviv und den Ben-Gurion-Flughafen ins Visier genommen, außerdem von den USA genutzte Militärstützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. In Jerusalem stürzten Trümmerteile von Raketen und Luftabwehrwaffen auf Heilige Stätten in der Altstadt, wie die israelische Polizei mitteilte. Die Trümmer seien unter anderem auf dem Tempelberg und an der Grabeskirche gefunden worden.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde in einem Außenbezirk von Abu Dhabi ein Palästinenser nach Behördenangaben von einer Rakete getötet. Im Ölindustriegebiet Fudschaira brach demnach nach einem Drohnenangriff ein "großer" Brand aus. Der internationale Flughafen von Dubai setzte seinen Betrieb nach einem Drohnenvorfall und einem Brand an einem Treibstofftank vorübergehend aus.

Die saudiarabischen Streitkräfte fingen am Montag mehr als 60 Drohnen ab, wie das Verteidigungsministerium in Riad mitteilte. In der katarischen Hauptstadt Doha waren nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP Explosionen zu hören. Das Verteidigungsministerium des Golfemirats teilte auf X mit, die Streitkräfte hätten einen Raketenangriff abgewehrt.

(O.Zhukova--DTZ)

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