Deutsche Tageszeitung - Taliban: Rund 400 Tote nach pakistanischem Angriff auf Kabul

Taliban: Rund 400 Tote nach pakistanischem Angriff auf Kabul


Taliban: Rund 400 Tote nach pakistanischem Angriff auf Kabul
Taliban: Rund 400 Tote nach pakistanischem Angriff auf Kabul / Foto: © AFP

Bei einem pakistanischen Angriff auf Afghanistans Hauptstadt Kabul sind nach Angaben der regierenden Taliban rund 400 Menschen getötet worden. Die Zahl der Todesopfer nach dem am Montag erfolgten Beschuss einer Entzugsklinik für Drogenabhängige sei "nicht abschließend", sagte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums am Dienstag. Neben den "400 Märtyrern" seien 200 weitere Menschen verletzt worden.

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Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP aus Kabul berichteten, wurden mindestens 30 Leichen aus den Trümmern der getroffenen Entzugsklinik geborgen, dutzende Verletzte wurden medizinisch versorgt. Das afghanische Gesundheitsministerium hatte zunächst von "mehr als 200" Todesopfern gesprochen, korrigierte diese Zahl dann aber nach oben. Die Angriffe lösten in Kabul Panik aus.

Nach Angaben der afghanischen Gesundheitsbehörden befanden sich zum Zeitpunkt der Angriffe rund 3000 Patienten aus ganz Afghanistan in der Klinik.

Pakistan bestritt, die Klinik ins Visier genommen zu haben. Die Regierung in Islamabad erklärte, die Armee habe "militärische Einrichtungen und die Infrastruktur zur Unterstützung von Terroristen" in Kabul sowie in der östlichen Grenzprovinz Nangarhar angegriffen.

Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan war Ende Februar erneut eskaliert. Islamabad wirft Kabul vor, bewaffneten extremistischen Gruppen wie der pakistanischen Taliban-Gruppe TTP Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück.

Bereits im vergangenen Oktober waren bei einwöchigen Kämpfen zwischen Pakistan und Afghanistan im Grenzgebiet mehr als 70 Menschen getötet worden. Die beiden Nachbarländer vereinbarten unter Vermittlung Katars und der Türkei zwar eine Waffenruhe. Sie konnten sich aber in mehreren folgenden Verhandlungsrunden nicht auf eine dauerhafte Vereinbarung einigen.

(V.Sørensen--DTZ)

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