Deutsche Tageszeitung - Riad: Behalten uns Recht auf "militärische" Reaktion auf iranische Angriffe vor

Riad: Behalten uns Recht auf "militärische" Reaktion auf iranische Angriffe vor


Riad: Behalten uns Recht auf "militärische" Reaktion auf iranische Angriffe vor
Riad: Behalten uns Recht auf "militärische" Reaktion auf iranische Angriffe vor / Foto: © AFP/Archiv

Nach wiederholten iranischen Raketen- und Drohnenangriffen hat die saudiarabische Regierung eine "militärische" Reaktion nicht ausschließen wollen. Riad behalte sich das Recht vor, "militärische Maßnahmen zu ergreifen, falls dies als notwendig erachtet wird", sagte der saudiarabische Außenminister Faisal bin Farhan am Donnerstag in Riad nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus anderen Ländern in der Region. "Das Königreich wird diesem Druck nicht nachgeben, im Gegenteil, dieser Druck wird nach hinten losgehen", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Am Mittwoch hatte Saudi-Arabien erneut iranische Angriffe gemeldet, während in Riad die Chefdiplomaten von rund einem Dutzend arabischen und mehrheitlich muslimischen Ländern Gespräche zu den Auswirkungen des Iran-Krieges führten. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mehreren lauten Explosionen in der saudiarabischen Hauptstadt. Das Verteidigungsministerium des Landes erklärte, die Luftabwehr habe Marschflugkörper abgefangen.

Faisal kritisierte die iranischen Angriffe während des Außenminister-Treffens. "Die Tatsache, dass Riad ins Visier genommen wird, während sich hier eine Reihe von Diplomaten treffen, ist, denke ich, das eindeutigste Signal dafür, was der Iran von Diplomatie hält", sagte er. Teheran "glaubt nicht daran, mit seinen Nachbarn zu reden."

Der saudiarabische Außenminister wies außerdem die Rechtfertigung Teherans, die iranischen Streitkräfte griffen US-Interessen in der Region an, als "schwach" zurück. "Weder Saudi-Arabien noch die Golfstaaten werden Erpressung akzeptieren und Eskalation wird mit Eskalation beantwortet werden", sagte er.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Unter anderem beschoss die iranische Seite Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Kommunalwahlen in Niedersachsen: Mehr als sechs Millionen Menschen dürfen abstimmen

In Niedersachsen haben Kommunalwahlen begonnen. Seit 08.00 Uhr am Sonntag sind die Wahllokale geöffnet, mehr als sechs Millionen Wahlberechtigte können bis 18.00 Uhr ihre Stimmen abgegeben. Abgestimmt wird über die Zusammensetzung von fast 2200 kommunalen Vertretungen mit mehr als 29.000 Sitzen. Dazu kommen laut Landeswahlleitung annähernd 400 Direktwahlen etwa für Bürgermeister-, Oberbürgermeister- und Landratsposten.

Huthis verstärken nach Vormarsch im Jemen Angriffe gegen Saudi-Arabien

Nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland Jemen haben die pro-iranischen Huthis auch ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die mit dem Iran verbündete Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten derweil Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.

Trump irritiert mit Aussagen zu Wiedervereinigung Irlands und widmet sich Golfturnier

Nach irritierenden politischen Äußerungen hat sich US-Präsident Donald Trump zum Abschluss seines zweitägigen Irland-Besuchs dem Golfsport und seinen Geschäftsinteressen zugewandt. Trump wollte am Sonntag vor seiner Rückreise nach Washington ein Turnier in seinem Golfclub Doonbeg besuchen. Nach einem Treffen mit Irlands Regierungschef Micheal Martin hatte Trump verkündet, er würde "liebend gern" ein vereinigtes Irland sehen - und sich damit auf hochsensibles politisches Terrain begeben.

Merz reist zu EU-Arktis-Gipfel nach Finnland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Sonntag zu einem EU-Arktis-Gipfel nach Finnland. An dem zweitägigen Treffen in Rovaniemi nehmen auf Einladung des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo die Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder sowie Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen teil. Bei dem Gipfel soll über eine Neuausrichtung der europäischen Arktispolitik beraten werden, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine überarbeitete EU-Arktisstrategie soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden.

Textgröße ändern: