Deutsche Tageszeitung - Regierungschef Schweitzer drängt Bundesregierung zu rascheren Reformen

Regierungschef Schweitzer drängt Bundesregierung zu rascheren Reformen


Regierungschef Schweitzer drängt Bundesregierung zu rascheren Reformen
Regierungschef Schweitzer drängt Bundesregierung zu rascheren Reformen / Foto: © AFP

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat die schwarz-rote Regierung im Bund zu rascheren Reformen gedrängt. Dass Deutschland "weiterhin unter seinen Möglichkeiten bleibt", sei auch der Bundesregierung anzulasten, sagte er am Donnerstag dem Portal t-online. Er bedaure es, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) angekündigt habe, "die Stimmung zum Sommer 2025 zu drehen, wir aber im März 2026 vor denselben Problemen stehen".

Textgröße ändern:

Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich mehr erhofft, "auch ich", sagte Schweitzer. Er warf der Union Ablenkungsdebatten vor: "Statt wie CDU und CSU sich wochenlang damit zu beschäftigen, ob die Deutschen zu faul sind, hätte man sich auf die wirklichen Probleme fokussieren müssen."

Es gehe jetzt vor allem darum, die Wirtschaft flottzumachen und den Sozialstaat zu reformieren, fuhr der rheinland-pfälzische Ministerpräsident fort, der sich am kommenden Sonntag in seinem Bundesland zur Wahl stellt. "Aber wir sollten dabei nicht Arbeitnehmer beleidigen oder den Leuten Angst einjagen, indem wir ihnen drohen, den Zahnersatz wegzunehmen." Spätestens nach der Wahl am Sonntag müsse die Bundesregierung "die großen Reformen angehen" und werde auch daran gemessen werden.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) drängte die Bundesregierung zu Reformen und blickte dabei auch auf die Landtagswahlen im Herbst in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. "Ich glaube, dass der Zuspruch sowohl für die Union als auch für die SPD deutlich größer wird, wenn wir die Aufgaben, die anstehenden Reformen zu Rente, Gesundheit und Pflege, jetzt anpacken", sagte er dem RND. Das werde sich bei den Wahlen auszahlen und sei "das einzige Mittel gegen die AfD".

Er sei zudem "fest davon überzeugt, dass die Menschen mehr Veränderung und Einschnitte akzeptieren, als wir in der Politik denken", sagte Günther den Zeitungen. Es müsse den Bürgerinnen und Bürgern nur klar gesagt werden, "dass wir in einer Zeit leben, die Reformen verlangt und es dabei keine Tabus geben darf".

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Merz reist zu EU-Arktis-Gipfel nach Finnland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Sonntag zu einem EU-Arktis-Gipfel nach Finnland. An dem zweitägigen Treffen in Rovaniemi nehmen auf Einladung des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo die Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder sowie Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen teil. Bei dem Gipfel soll über eine Neuausrichtung der europäischen Arktispolitik beraten werden, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine überarbeitete EU-Arktisstrategie soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden.

Enges Rennen zwischen Mitte-Rechts-Bündnis und Linken bei Wahl in Schweden erwartet

Bei der Parlamentswahl in Schweden am Sonntag wird ein enges Rennen zwischen dem regierenden Mitte-Rechts-Bündnis und der von den Sozialdemokraten angeführten Opposition erwartet. Beide Lager lagen in Umfragen zuletzt nahezu gleichauf. Die Wahllokale öffnen am Sonntag um 08.00 Uhr (MESZ). Der konservative Regierungschef Ulf Kristersson führt derzeit eine Minderheitsregierung an, die im Parlament auf die Stimmen der Schwedendemokraten angewiesen ist.

CSU-Vorstand berät mit Kretschmer auf Klausurtagung über politische Lage

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und eine Woche vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern trifft sich der CSU-Vorstand ab Sonntag (18.00 Uhr) zu einer zweitägigen Klausurtagung in München. CSU-Chef Markus Söder will zum Auftakt am Sonntagabend den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in der CSU-Parteizentrale begrüßen. Am Montag kommt der österreichische Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker zu den Bayern.

Mehr als sechs Millionen Menschen zu Kommunalwahlen in Niedersachsen aufgerufen

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehen am Sonntag (08.00 Uhr) in Niedersachsen Kommunalwahlen an. 6,3 Millionen Menschen sind nach Angaben der Landeswahlleitung zur Abstimmung über fast 2200 Kommunalparlamente zwischen Nordsee und Harz aufgerufen - darunter etwa Kreistage sowie Stadt- und Gemeinderäte. Dazu kommen landesweit knapp 400 Direktwahlen für Landräte und hauptamtliche Bürgermeister.

Textgröße ändern: