Deutsche Tageszeitung - Netanjahu: Israel handelte bei Angriff auf iranisches Gasfeld South Pars alleine

Netanjahu: Israel handelte bei Angriff auf iranisches Gasfeld South Pars alleine


Netanjahu: Israel handelte bei Angriff auf iranisches Gasfeld South Pars alleine
Netanjahu: Israel handelte bei Angriff auf iranisches Gasfeld South Pars alleine / Foto: © POOL/AFP

Israel hat nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei dem Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars allein gehandelt. US-Präsident Donald Trump habe Israel im Anschluss gebeten, "weitere Angriffe auszusetzen, und wir halten uns daran", sagte Netanjahu am Donnerstagabend bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Textgröße ändern:

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, Trump habe von dem bevorstehenden israelischen Angriff auf South Pars gewusst. Er habe ihn unterstützt, um dem Iran zu signalisieren, er müsse die für Öl- und Gaslieferungen wichtige Straße von Hormus wieder öffnen.

Nach dem Angriff vom Mittwoch hatte Trump öffentlich erklärt, die USA hätten davon "nichts gewusst". Israel werde "keine weiteren Angriffe" auf das Gasfeld ausführen, betonte Trump.

Berichte, wonach Israel die USA in den seit fast drei Wochen andauernden Krieg gegen den Iran hineingezogen habe, wies Netanjahu zurück. "Glaubt wirklich irgendjemand, dass man Präsident Trump sagen kann, was er zu tun hat?", sagte Netanjahu. "Er musste nicht überzeugt werden."

Netanjahu verwies zudem auf vermeintliche "Risse" in der iranischen Führung, die durch den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Krieg gegen den Iran entstanden seien. "Ich bin mir nicht sicher, wer nun das Sagen im Iran hat." Der Sohn und Nachfolger des am ersten Kriegstag getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei, Modschtaba Chamenei, habe "sein Gesicht nicht gezeigt". Es gebe "jede Menge Spannungen unter den Menschen, die an die Spitze drängen". Auch in den Ebenen darunter gebe es "Risse".

Zudem betonte Netanjahu, der Iran sei mittlerweile nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. "Wir gewinnen und der Iran wird dezimiert." Er fügte hinzu: "Ich sehe auch, dass dieser Krieg viel schneller enden wird, als die Leute denken."

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Merz reist zu EU-Arktis-Gipfel nach Finnland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Sonntag zu einem EU-Arktis-Gipfel nach Finnland. An dem zweitägigen Treffen in Rovaniemi nehmen auf Einladung des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo die Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder sowie Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen teil. Bei dem Gipfel soll über eine Neuausrichtung der europäischen Arktispolitik beraten werden, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine überarbeitete EU-Arktisstrategie soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden.

Enges Rennen zwischen Mitte-Rechts-Bündnis und Linken bei Wahl in Schweden erwartet

Bei der Parlamentswahl in Schweden am Sonntag wird ein enges Rennen zwischen dem regierenden Mitte-Rechts-Bündnis und der von den Sozialdemokraten angeführten Opposition erwartet. Beide Lager lagen in Umfragen zuletzt nahezu gleichauf. Die Wahllokale öffnen am Sonntag um 08.00 Uhr (MESZ). Der konservative Regierungschef Ulf Kristersson führt derzeit eine Minderheitsregierung an, die im Parlament auf die Stimmen der Schwedendemokraten angewiesen ist.

CSU-Vorstand berät mit Kretschmer auf Klausurtagung über politische Lage

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und eine Woche vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern trifft sich der CSU-Vorstand ab Sonntag (18.00 Uhr) zu einer zweitägigen Klausurtagung in München. CSU-Chef Markus Söder will zum Auftakt am Sonntagabend den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in der CSU-Parteizentrale begrüßen. Am Montag kommt der österreichische Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker zu den Bayern.

Mehr als sechs Millionen Menschen zu Kommunalwahlen in Niedersachsen aufgerufen

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehen am Sonntag (08.00 Uhr) in Niedersachsen Kommunalwahlen an. 6,3 Millionen Menschen sind nach Angaben der Landeswahlleitung zur Abstimmung über fast 2200 Kommunalparlamente zwischen Nordsee und Harz aufgerufen - darunter etwa Kreistage sowie Stadt- und Gemeinderäte. Dazu kommen landesweit knapp 400 Direktwahlen für Landräte und hauptamtliche Bürgermeister.

Textgröße ändern: