Deutsche Tageszeitung - Iran-Krieg: Geschoss schlägt in Jerusalemer Altstadt nahe heiliger Stätten ein

Iran-Krieg: Geschoss schlägt in Jerusalemer Altstadt nahe heiliger Stätten ein


Iran-Krieg: Geschoss schlägt in Jerusalemer Altstadt nahe heiliger Stätten ein

In der Altstadt von Jerusalem ist am Freitag ein Geschoss eingeschlagen. Trümmer einer Angriffs- oder Abfangrakete gingen in der Nähe der Stadtmauer und der heiligen Stätten nieder, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Eine Explosion hinterließ einen Krater in einem Hang. Zuvor hatten die israelischen Behörden vor iranischen Raketen gewarnt. Polizisten und Soldaten riegelten den Einschlagsort ab, nachdem mehrere laute Explosionen das Zentrum von Jerusalem erschüttert hatten.

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"Wir hörten einen lauten Knall und Trümmerteile flogen rund 15 Meter weit", sagte der 44-jährige Schimon Elkajam AFP und hielt dabei Steinbrocken in der Hand.

Das Geschoss schlug direkt hinter der Stadtmauer ein, nur wenige hundert Meter entfernt vom Tempelberg und der Al-Aksa-Moschee, der Klagemauer und der Grabeskirche. AFP-Bilder zeigten eine beschädigte Straße und verstreute Mauerbrocken in der Nähe eines Parkplatzes und des "Sephardic House Hotel".

"Die Altstadt von Jerusalem, direkt neben dem Tempelberg, wurde von iranischen Raketenteilen getroffen", teilte die israelische Armee im Onlinedienst X mit.

Der Polizeichef der Altstadt, Dvir Tamim, sagte, die Explosion sei von einem "Raketeneinschlag und nicht durch Trümmer einer Abfangrakete" verursacht worden. Experten prüften, um was für einen Raketentyp es sich handelte. Später teilte die israelische Polizei mit, dass der "heruntergefallene Sprengkopf dutzende Kilogramm Sprengstoff enthielt".

AFP konnte nicht unabhängig überprüfen, ob es sich um einen direkten Raketeneinschlag handelte oder um Trümmer, die nach dem Abfangen einer Rakete zur Erde fielen.

Der israelische Außenminister Gideon Saar sprach von einem "Angriff auf die heiligen Stätten" Jerusalems. "Der iranische Angriff auf die für alle drei Religionen heiligen Stätten zeigt den Wahnsinn des iranischen Regimes, das behauptet, religiös zu sein", erklärte Saar im Onlinedienst X. Mit Blick auf das am Freitag gefeierte Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan sprach er von einem "iranischen 'Geschenk' zu Eid al-Fitr: Raketen auf Al-Aksa".

Die israelische Polizei teilte mit, sie habe es vor Ort "mit einem Sprengkörper zu tun, der auf Jerusalem gefallen" sei. Ein Mensch habe bei der Explosion leichte Verletzungen erlitten und sei in Sicherheit gebracht worden.

Der Polizeichef des Bezirks Jerusalem, Avschalom Peled, sagte, es sei "das dritte Mal, dass Sprengsätze mit einer großen Menge Sprengstoff auf Jerusalem fallen, in der Nähe der Altstadt und der heiligen Stätten."

Ein Bewohner eines Nachbarbezirks sagte AFP, er habe gesehen, wie etwas direkt vom Himmel gefallen sei, bevor er einen lauten Knall gehört habe und weißer Rauch aufgestiegen sei.

In Jerusalem und Tel Aviv war am Freitag wiederholt Luftalarm zu hören. Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben von Rettungsdiensten in der Nähe von Tel Aviv verletzt.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

(I.Beryonev--DTZ)

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