Deutsche Tageszeitung - Haushaltsstreit: Trump droht mit Einsatz von ICE-Mitarbeitern an Flughäfen

Haushaltsstreit: Trump droht mit Einsatz von ICE-Mitarbeitern an Flughäfen


Haushaltsstreit: Trump droht mit Einsatz von ICE-Mitarbeitern an Flughäfen
Haushaltsstreit: Trump droht mit Einsatz von ICE-Mitarbeitern an Flughäfen / Foto: © AFP/Archiv

Im Streit um die Bezahlung des Sicherheitspersonals an Flughäfen hat US-Präsident Donald Trump mit dem Einsatz von Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde ICE gedroht. Sollten die oppositionellen Demokraten nicht umgehend eine Vereinbarung im Haushaltsstreit unterzeichnen, werde er die "brillanten und patriotischen ICE-Mitarbeiter an die Flughäfen versetzen", schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dort würden sie "für Sicherheit sorgen, wie man es noch nie zuvor gesehen hat".

Textgröße ändern:

Der Streit um strengere Vorgaben für die US-Einwanderungsbehörde hatte Mitte Februar zu einer erneuten Teil-Haushaltssperre geführt. Tausende Mitarbeiter der Verkehrssicherheitsbehörde TSA an Flughäfen müssen deswegen ohne Bezahlung arbeiten. Nach Angaben des zuständigen Heimatschutzministeriums haben seit Beginn des Teil-Shutdowns mehr als 300 TSA-Mitarbeiter gekündigt. Zudem stieg die Zahl der Krankmeldungen.

Nach Gewerkschaftsangaben nahmen einige Mitarbeiter Nebenjobs an oder sind auf Spenden angewiesen. Flughäfen in mehreren US-Städten rieten Fluggästen dazu, wegen der langen Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen mehrere Stunden früher als gewöhnlich anzureisen.

Die Trump-Regierung und die oppositionellen Demokraten hatten sich gegenseitig die Schuld für den Teil-Shutdown gegeben. Die Demokraten wollten einer Budgetverlängerung für das Heimatschutzministerium, dem die TSA untersteht, nur dann zustimmen, wenn die Regierung strengere Auflagen für die ICE-Einsatzkräfte akzeptiert.

Die Demokraten fordern unter anderem, dass ICE-Mitarbeiter bei Einsätzen keine Gesichtsmasken mehr tragen dürfen. Die Einwanderungspolizisten sollen außerdem nicht ohne Justizbeschluss Privatgrundstücke betreten dürfen. Hintergrund des Streits sind die tödlichen Schüsse auf die US-Bürger Alex Pretti und Renee Good durch ICE-Einsatzkräfte in Minneapolis im Januar.

Unter Trump haben die Einwanderungsbehörden eine beispiellose Kampagne zur Abschiebung von Millionen Migranten ohne gültige Aufenthaltstitel gestartet. Das rigorose Vorgehen der Einsatzkräfte von ICE hat in den USA massive Proteste ausgelöst.

Der Tech-Unternehmer Elon Musk bot derweil an, die Gehälter des TSA-Personals während der Teil-Haushaltssperre zu übernehmen. Der Haushaltsstreit habe negative Auswirkungen auf "so viele Amerikaner an Flughäfen im ganzen Land", schrieb Musk in seinem Onlinedienst X.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Zehntausende demonstrieren in Tschechien gegen Regierungschef Babis

In Tschechien sind am Samstag zehntausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Andrej Babis auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Initiative Millionen Momente für Demokratie, die zu der Protestkundgebung aufgerufen hatte, nahmen mehr als 200.000 Menschen an der Demonstration auf einem Platz in der Hauptstadt Prag teil. Im Februar hatten schon einmal zehntausende Menschen gegen Babis und für den tschechischen Präsidenten Petr Pavel demonstriert.

USA: Angriffe haben Irans Einsatzfähigkeiten in Straße von Hormus "eingeschränkt"

Die USA haben nach eigenen Angaben die iranischen Fähigkeiten für bewaffnete Einsätze in der Straße von Hormus geschwächt. Bei einem Angriff mit bunkerbrechenden Bomben sei in dieser Woche ein unterirdisches Waffenlager an der iranischen Küste zerstört worden, teilte das US-Militär am Samstag mit. Die USA und Israel griffen iranischen Staatsmedien zufolge außerdem die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Iran an.

Energieexperten von SPD und Grünen kritisieren Gesetzespläne Reiches

Die Gesetzespläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Solarenergie und zu Stromnetzen stoßen in der SPD und bei den Grünen auf Kritik. Die Vorhaben "gehen komplett in die falsche Richtung", sagte die SPD-Energieexpertin Nina Scheer am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir brauchen eine Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas", forderte der Grünen-Energieexperte Michael Kellner; Reiches Pläne bewirkten jedoch das Gegenteil.

Von Familienministerin geplante Beschränkungen bei "Demokratie leben!" stoßen auf Kritik

Von Linken und Grünen, aber auch aus den Reihen der SPD gibt es deutliche Kritik an den von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) angekündigten Einschränkungen von Projekten des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Prien "lässt die, die sich an vorderster Front für Demokratie, Menschenrechte und unser Grundgesetz einsetzen, im Regen stehen", sagte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern: