Deutsche Tageszeitung - Kuba meldet zweiten landesweiten Stromausfall binnen weniger als einer Woche

Kuba meldet zweiten landesweiten Stromausfall binnen weniger als einer Woche


Kuba meldet zweiten landesweiten Stromausfall binnen weniger als einer Woche
Kuba meldet zweiten landesweiten Stromausfall binnen weniger als einer Woche / Foto: © AFP

In Kuba ist es binnen weniger als einer Woche zu einem zweiten landesweiten Stromausfall gekommen. Es habe eine "vollständige Abschaltung" des nationalen Stromsystems stattgefunden, teilte das kubanische Energieministerium am Samstagabend im Onlinedienst X mit. Es sei mit der Wiederherstellung der Stromversorgung begonnen worden. Erst am Dienstag hatte der jüngste Stromausfall nach mehr als 24 Stunden beendet werden können.

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Auslöser der Abschaltung des Stromsystems sei eine Störung in einem Aggregat eines der thermischen Kraftwerke des Landes gewesen, teilte die kubanische Energiebehörde mit. Das habe eine "Kaskadenwirkung" gehabt. Mikro-Stromnetze seien aktiviert worden, um kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser und Wasseraufbereitungsanlagen mit Strom zu versorgen.

In den Straßen Havannas herrschte am Abend größtenteils Dunkelheit. Einige Fußgänger nutzten ihre Mobiltelefone oder Taschenlampen. "Das wird langsam unerträglich", sagte die 64-jährige Ofelia Oliva der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist noch nicht einmal eine Woche vergangen, seit wir eine ähnliche Situation erlebt haben." Auch der 36-jährige Taxifahrer Nilo López beklagte die Zustände: "Ich frage mich, ob wir unser ganzes Leben lang so weitermachen müssen, denn so kann man nicht leben."

Kubas veraltetes Stromerzeugungssystem ist in einem schlechten Zustand, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Der Inselstaat hat zudem mit Lebensmittel- und Medikamentenknappheit zu kämpfen. Derzeit durchlebt Kuba die schlimmste Wirtschaftskrise seit mehr als 30 Jahren. Verschärft wird diese durch eine US-Blockade der Öllieferungen aus Venezuela.

US-Präsident Donald Trump hatte Venezuelas linksgerichteten Staatschef Nicolás Maduro bei einer US-Militärintervention Anfang Januar gefangennehmen und in den USA inhaftieren lassen. Damit blieben die Öllieferungen des bisher mit Kuba verbündeten Venezuela aus. Trump drohte überdies anderen Staaten mit Repressalien, sollten diese Öl an Kuba liefern. Am vergangenen Montag drohte Trump zudem erneut mit der Übernahme Kubas.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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