Deutsche Tageszeitung - US-Demokratin siegt in Wahlkreis um Trumps Residenz Mar-a-Lago

US-Demokratin siegt in Wahlkreis um Trumps Residenz Mar-a-Lago


US-Demokratin siegt in Wahlkreis um Trumps Residenz Mar-a-Lago
US-Demokratin siegt in Wahlkreis um Trumps Residenz Mar-a-Lago / Foto: © AFP

Niederlage für US-Präsident Donald Trump: In dem Wahlkreis in Florida, in dem sein Anwesen Mar-a-Lago liegt, setzte sich bei einer Parlaments-Nachwahl eine Demokratin gegen Trumps Wunschkandidaten von den Republikanern durch. Die Demokraten sahen darin ein Vorzeichen für die wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress im November.

Textgröße ändern:

"Die Demokraten haben gerade Trumps Wahlkreis in Mar-a-Lago zurückerobert", verkündete die Partei im Onlinedienst X. Laut Hochrechnungen von US-Medien setzte sich am Dienstag Emily Gregory bei der Nachwahl zum Repräsentantenhaus von Florida mit gut 51 zu 49 Prozent gegen ihren Rivalen Jon Maples von den Republikanern durch.

Die Demokraten bejubelten ihren hoch symbolischen Sieg gegen den Präsidenten: "Die Demokraten haben einen Sitz im Repräsentantenhaus des Bundesstaates in Palm Beach erobert, den Trump 2024 noch mit elf Punkten Vorsprung gewonnen hatte", schrieb der Oppositionsführer im US-Repräsentantenhaus in Washington, Hakeem Jeffries, auf X. "Mar-a-Lago wird nun von Emily Gregory vertreten, einer starken demokratischen Stimme."

Die Gesundheitsexpertin, Inhaberin eines Fitnessunternehmens und Mutter von drei Söhnen trat erstmals bei einer Wahl an. Sie warb mit dem Slogan, die Bürger verdienten "Anführer, die Menschen über die Politik stellen".

Gregorys Wahlsieg folgt auf eine Reihe von Wahlerfolgen der Demokraten in den vergangenen Monaten. So hatte im Januar ein Kandidat der Demokraten in Texas - wie Florida eine traditionelle Republikaner-Hochburg - einen Sitz im Senat des Bundesstaates gewonnen. In Miami hatte im Dezember zudem die Demokratin Eileen Higgins das Rennen um das Bürgermeisteramt für sich entschieden.

Trump verbringt die meisten Wochenenden in seiner luxuriösen Residenz Mar-a-Lago in Palm Beach. Der Präsident stimmte bei der Wahl laut Medienberichten per Briefwahl ab, obwohl er früher die Stimmabgabe per Brief als "Betrug" kritisiert hatte und versucht, die schriftliche Stimmabgabe national einzuschränken. Demokraten-Führer Jeffries kritisierte dies scharf. Dies sei das Verhalten eines "Königs", der meine, Regeln würden nur für andere gelten, erklärte er in einer Videobotschaft.

Experten sehen den erneuten Sieg der Demokraten als Zeichen für die wachsende Enttäuschung vieler Wählerinnen über Wähler über Trump und seine Republikanische Partei. Zuletzt hatte vor allem der durch den Iran-Krieg verursachte Anstieg der Spritpreise viel Unmut verursacht.

Im November finden die Zwischenwahlen zum US-Kongress statt, die als bisher wichtigster Stimmungstest für Trump in seiner zweiten Amtszeit gelten. Dabei müssen die Republikaner um ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus bangen. Aber auch ihre Mehrheit im Senat könnte auf dem Spiel stehen. Sollten die Demokraten eine der beiden Kammern oder gar beide erobern, würde dies Trumps Handlungsspielraum deutlich einschränken.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Xi empfängt Trump - Warnung vor "Konflikt" beim Thema Taiwan

Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat die USA mit Blick auf Taiwan vor einem möglichen "Konflikt" gewarnt. "Die Taiwan-Frage ist das wichtigste Thema in den Beziehungen zwischen China und den USA", sagte Xi am Donnerstag während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Peking laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV. Wenn diese "falsch gehandhabt" werde, könnten beide Länder aneinander geraten "oder sogar in einen Konflikt geraten", fügte Xi demnach hinzu.

Merkel sieht sich nicht als politische "Männermörderin"

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hält nicht viel von dem Vorwurf, sie habe männliche Konkurrenten in ihrer Karriere systematisch verdrängt. Angesprochen auf das Etikett der "männermordenden Merkel", das im Zuge ihres damaligen Machtkampfes mit dem heutigen Kanzler Friedrich Merz geprägt wurde, entgegnete sie gegenüber dem "Focus": "Männer werfen andauernd Männer aus der Bahn. Und wenn jetzt eine Frau das tut, den Weg zu einer Position für sich genauso beansprucht wie ein Mann, dann redet man von der 'männermordenden Merkel'."

Merkel zeigt Verständnis für Debatten - und rät Merz zu "weitem Herz"

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu mehr Toleranz für Debatten innerhalb der Regierung aufgerufen. "Die Debatte wird heute immer sofort 'Streit' genannt", kritisierte Merkel gegenüber dem "Focus" laut Vorabmeldung vom Donnerstag. "Ich finde, Politiker müssen klarmachen: Es gibt keine Lösungsfindung, die nicht über irgendeine Debatte geht." Dem aktuellen Kanzler Friedrich Merz empfahl sie gegenüber dem Koalitionspartner SPD "ein weites Herz".

Ministerium: 22 Tote nach jüngsten israelischen Angriffen im Libanon

Bei den jüngsten israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon sind nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut 22 Menschen getötet worden. Unter den Toten infolge der Angriffe von Mittwoch seien acht Kinder, teilte das Ministerium mit. Zuvor war von zwölf Toten die Rede gewesen. Die amtliche Nachrichtenagentur NNA meldete, die israelische Armee habe etwa 40 Ziele im Süden und Osten angegriffen.

Textgröße ändern: