Deutsche Tageszeitung - Kanada ruft G7 zu gemeinsamer Anstrengung für Deeskalation im Iran-Krieg auf

Kanada ruft G7 zu gemeinsamer Anstrengung für Deeskalation im Iran-Krieg auf


Kanada ruft G7 zu gemeinsamer Anstrengung für Deeskalation im Iran-Krieg auf
Kanada ruft G7 zu gemeinsamer Anstrengung für Deeskalation im Iran-Krieg auf / Foto: © AFP/Archiv

Kanada hat die G7-Staaten zu einer gemeinsamen Anstrengung für eine Deeskalation im Iran-Krieg aufgerufen. Es müsse sichergestellt werden, dass sich alle "gemeinsam für eine Deeskalation und die Öffnung der Straße von Hormus einsetzen", sagte die kanadische Außenministerin Anita Anand am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP zum Auftakt eines G7-Außenministertreffens im Cernay-la-Ville bei Paris. Auf Einladung der französischen G7-Präsidentschaft kommen die Außenminister von sieben großen Industriestaaten dort zusammen, um insbesondere über den Iran-Krieg und die Lage in der Ukraine zu beraten.

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Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) nimmt gemeinsam mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien und Japan daran teil. US-Außenminister Marco Rubio will am Freitag dazustoßen, es wird seine erste Auslandsreise seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch von laufenden Verhandlungen mit der iranischen Seite gesprochen. Der Iran dementierte dies jedoch. Am Donnerstag warnte Trump über seine Online-Plattform Truth Social, der Iran sollte die Gespräche "schleunigst ernst nehmen, bevor es zu spät ist". Sollte dies nicht geschehen, "gibt es kein Zurück mehr - und es wird nicht schön werden". Zuvor hatte Trumps Sprecherin der Führung in Teheran damit gedroht, die "Hölle zu entfesseln".

Aus Deutschland wird zunehmend Kritik am Vorgehen der USA und Israels laut. In dem Iran-Krieg gebe es weder eine Strategie noch ein "klares Ziel", betonte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag bei einem Besuch in Australien. Das Schlimmste sei, dass es "keine Exit-Strategie" gebe, fügte er hinzu. Deutschland wolle "nicht in diesen Krieg hineingezogen werden".

Obwohl alle G7-Staaten mit den USA verbündet sind, hat keiner von ihnen die Angriffe auf den Iran ausdrücklich unterstützt. Es wollte sich auch niemand an einem von Trump zeitweise vorgeschlagenen Militäreinsatz beteiligen, um die Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu beenden.

Die britische Außenministerin Yvette Cooper warnte kürzlich davor, dass der Iran-Krieg von den Friedensbemühungen im Gaza-Krieg ablenke. Auch die Situation in der Ukraine ist seit dem Beginn des Iran-Kriegs in den Hintergrund gerückt.

Der Iran- und der Ukraine-Krieg stehen erst am Freitag auf dem offiziellen Programm des G7-Außenministertreffens, dürften aber Gegenstand zahlreicher bilateraler Treffen schon ab Donnerstag sein. Am Donnerstag soll es zunächst um allgemeinere Themen gehen, etwa um die Reform globaler Ordnungsstrukturen und um den Wiederaufbau in Konfliktgebieten. Dazu ist auch die Vorsitzende der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Odile Renaud-Basso, eingeladen.

Das Treffen findet in einem Luxushotel auf dem Gelände der mittelalterlichen Zisterzienserabtei Les Vaux-de-Cernay etwa 50 Kilometer westlich von Paris statt. Der Ort wurde nach französischen Angaben auch wegen seiner Nähe zum Schloss von Rambouillet gewählt, wo 1975 der erste G6-Gipfel stattgefunden hatte, damals noch ohne Kanada.

Frankreich, das derzeit den rotierenden G7-Vorsitz innehat, hat auch die Außenminister von Indien, Brasilien, Saudi-Arabien und der Ukraine eingeladen. Diskutiert werden soll auch eine gemeinsame Anstrengung, um die Schutzhülle des 1986 explodierten Reaktorblocks des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl zu reparieren. Diese war bei einem russischen Angriff im Februar beschädigt worden. Eine gemeinsame Abschlusserklärung ist nicht geplant.

(L.Møller--DTZ)

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