Deutsche Tageszeitung - Trump drängt Iran zu ernsthaften Verhandlungen - Teheran legt Gegenvorschlag vor

Trump drängt Iran zu ernsthaften Verhandlungen - Teheran legt Gegenvorschlag vor


Trump drängt Iran zu ernsthaften Verhandlungen - Teheran legt Gegenvorschlag vor
Trump drängt Iran zu ernsthaften Verhandlungen - Teheran legt Gegenvorschlag vor / Foto: © AFP

Kurz vor Ablauf eines von ihm verlängerten Ultimatums gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump die Führung in Teheran zu ernsthaften Verhandlungen gedrängt, "bevor es zu spät ist". Trumps Unterhändler Steve Witkoff sprach derweil bei einer Kabinettssitzung am Donnerstag von "starken Anzeichen" dafür, dass der Iran zu einem Ende des Krieges auf dem Verhandlungsweg bereit sei. Die iranische Regierung reagierte einem Bericht zufolge mit einem Gegenvorschlag auf einen von der US-Regierung vorgelegten 15-Punkte-Plan.

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Trump hatte dem Iran am Samstag ein Ultimatum zur Öffnung der Meerenge von Hormus gestellt und gedroht, anderenfalls werde die US-Armee die iranischen Kraftwerke bombardieren. Am Montag schob er die Frist um fünf Tage auf; damit würde das Ultimatum am Freitag auslaufen.

Der Iran müsse die Gespräche mit Washington "schleunigst ernst nehmen, bevor es zu spät ist", schrieb der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social. Ansonsten gebe es "kein Zurück mehr - und es wird nicht schön werden".

Trumps Sprecherin Katherine Leavitt hatte zuvor betont, der Präsident bluffe nicht: "Er ist bereit, die Hölle zu entfesseln." Berichte, wonach Trump angesichts der steigenden Ölpreise hektisch nach einem Ausweg zur Beendigung des Iran-Kriegs sucht, wies dieser zurück: "Ich bin das Gegenteil von verzweifelt. Es ist mir egal."

"Der Iran sucht nach einem Ausweg", sagte Trumps Unterhändler Witkoff am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington. Er begründete dies mit Trumps Drohung, die iranischen Energieanlagen zu zerstören, falls die Straße von Hormus weiter blockiert bleibe.

Bei der Kabinettssitzung berichtete Trump, als "Geschenk" und Zeichen des guten Willens habe der Iran zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt. Allerdings hatten auch in den vergangenen Wochen immer wieder einzelne Schiffe die Meerenge passiert. Teheran zufolge ist "nicht-feindlichen" Schiffen die Durchfahrt möglich.

Nach Trumps Angaben verhandeln unter anderem Witkoff und Vizepräsident JD Vance mit dem Iran. Teheran hatte in den vergangenen Tagen dagegen wiederholt jegliche Gespräche bestritten.

Pakistan bestätigte am Donnerstag jedoch indirekte Verhandlungen unter Vermittlung Islamabads mit Unterstützung der Türkei, Ägyptens und weiterer "Bruderstaaten". Ein dabei übermittelter 15-Punkte-Plan der US-Regierung sieht laut Medienberichten die Wiederöffnung der weitgehend gesperrten Straße von Hormus für den Schiffsverkehr sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen demnach die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

Die iranische Führung reagierte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Tasnim mit einem Gegenvorschlag. Dieser fünf Punkte umfassende Plan sieht demnach ein Ende der "Aggression" gegen den Iran, die Schaffung eines Mechanismus, der die USA und Israel von einem erneuten Krieg abhalten soll, finanzielle Wiedergutmachung für die Kriegsschäden und ein Ende der Angriffe auf pro-iranische Gruppen in der Region vor. Zudem fordert die iranische Führung dem Tasnim-Bericht zufolge, dass ihr die Hoheit über die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zuerkannt wird.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach von "ermutigenden und begrüßenswerten" Anzeichen für Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Er forderte gleichzeitig eine enge Abstimmung zwischen den USA und den G7. Für die Bundesregierung sei es "von großer Bedeutung, dass wir genau wissen, was unsere amerikanischen Partner beabsichtigen", sagte er bei einem G7-Außenministertreffen in Frankreich.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bemühte sich nach scharfer Kritik von US-Präsident Trump an den europäischen Verbündeten derweil um Vermittlung. Europa habe "Zeit" gebraucht, weil die US-Regierung ihre Verbündeten "aus guten Gründen" nicht vorab über die Angriffe auf den Iran habe informieren können, sagte Rutte am Donnerstag in Brüssel. Trump hatte die Nato-Partner zuvor als "Feiglinge" beschimpft und zuletzt erklärt, sie hätten "absolut nichts getan", um gegen den Iran zu helfen. Gleichzeitig betonte der US-Präsident, die USA bräuchten "nichts von der Nato".

Israel und die USA fliegen seit dem 28. Februar Luftangriffe gegen den Iran. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Am Donnerstag meldete die israelische Armee die Tötung des Marinekommandeurs der iranischen Revolutionsgarden und mehrerer ranghoher Offiziere durch einen "präzisen" Luftangriff. Nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz war Aliresa Tangsiri für die Sperrung der Straße von Hormus verantwortlich.

Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden unterdessen sieben Menschen verletzt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden zwei Menschen durch herabstürzende Raketentrümmer getötet und drei weitere verletzt. Auch Saudi-Arabien und Kuwait wurden erneut mit Drohnen angegriffen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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