Deutsche Tageszeitung - US-Richterin setzt Sanktionen der US-Regierung gegen KI-Unternehmen Anthropic aus

US-Richterin setzt Sanktionen der US-Regierung gegen KI-Unternehmen Anthropic aus


US-Richterin setzt Sanktionen der US-Regierung gegen KI-Unternehmen Anthropic aus
US-Richterin setzt Sanktionen der US-Regierung gegen KI-Unternehmen Anthropic aus / Foto: © AFP/Archiv

Eine US-Bundesrichterin hat von der US-Regierung gegen das US-Unternehmen für künstliche Intelligenz (KI), Anthropic, verhängte Sanktionen vorerst ausgesetzt. Die Bundesrichterin im nördlichen Bezirk des US-Bundesstaats Kalifornien, Rita Lin, gab am Donnerstag dem Antrag von Anthropic auf eine einstweilige Verfügung in seiner Klage gegen die Regierung statt. Die US-Regierung hatte allen US-Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie untersagt, da das Unternehmen nach Einschätzung des Pentagon ein "inakzeptables Risiko" für die US-Armee darstellt.

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Hintergrund ist ein Streit zwischen Washington und dem KI-Unternehmen. Der Konzern um den Chatbot Claude hatte dem Pentagon die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner Technologie verweigert. Anthropic hatte dazu erklärt, es wolle seine KI-Technologie nicht wie von der Regierung gewünscht für die "Massenüberwachung im Inland" oder in vollautonomen Waffensystemen einsetzen lassen.

Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin in einem beispiellosen Schritt als "Sicherheitsrisiko in der Lieferkette" ein. Damit war es für US-Behörden unmöglich, KI-Anwendungen von Anthropic zu nutzen. Das Unternehmen verklagte die US-Regierung deshalb. Der Beschluss der US-Bundesrichterin setzt die Einstufung der US-Regierung nun aus.

Lin erklärte, die Einstufung von Anthropic als Lieferkettenrisiko sei "höchstwahrscheinlich sowohl rechtswidrig als auch willkürlich und launenhaft" gewesen. Das geltende Gesetz stütze nicht "die orwellsche Vorstellung, dass ein US-Unternehmen als potenzieller Gegner und Saboteur der USA gebrandmarkt werden kann, weil es seine Meinungsverschiedenheit mit der Regierung zum Ausdruck bringt".

Anthropic begrüßte die Anordnung der Bundesrichterin. Das Verfahren sei notwendig gewesen, "um Anthropic, unsere Kunden und unsere Partner zu schützen", erklärte das Unternehmen. Dennoch "liegt unser Fokus weiterhin darauf, konstruktiv mit der Regierung zusammenzuarbeiten, damit alle Amerikaner von sicherer, verlässlicher KI profitieren", fügte Anthropic hinzu.

(V.Varonivska--DTZ)

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