Deutsche Tageszeitung - US-Soldaten im Visier: Iran warnt Zivilisten in Golfregion

US-Soldaten im Visier: Iran warnt Zivilisten in Golfregion


US-Soldaten im Visier: Iran warnt Zivilisten in Golfregion
US-Soldaten im Visier: Iran warnt Zivilisten in Golfregion / Foto: © AFP/Archiv

Knapp einen Monat nach Kriegsbeginn hat der Iran ungeachtet möglicher Verhandlungen mit den USA weitere Angriffe auf Ziele in der Golfregion angekündigt. Die iranischen Revolutionsgarden riefen Zivilisten in der Region am Freitag auf, sich von US-Einrichtungen fernzuhalten. Irans Armee drohte mit Angriffen auf Hotels, die US-Soldaten beherbergen. Israel kündigte derweil an, die Luftangriffe auf den Iran zu intensivieren.

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Nachdem US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum an Teheran unter Verweis auf die "sehr gut" laufenden Gespräche mit dem Iran nochmals verlängerte, erneuerten die iranischen Streitkräfte ihre Drohungen gegen die USA und ihre Verbündeten. Die Revolutionsgarden richteten auf ihrer Website eine Warnung an die Bewohner der Golfstaaten: "Wir empfehlen, Standorte, an denen US-Streitkräfte stationiert sind, dringend zu verlassen", erklärten sie.

Die iranische Armee kündigte an, auch Hotels in der Region ins Visier zu nehmen, in denen US-Armeeangehörige untergebracht sind. Sobald sich US-Soldaten in einem Hotel aufhalten, "wird dieses Hotel aus unserer Sicht amerikanisch", sagte Armeesprecher Abolfasl Schekartschi im Staatsfernsehen. "Wir müssen natürlich dort zuschlagen, wo sie sind", drohte er.

Ähnlich äußerte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi. Er warf den Staaten des Golf-Kooperationsrats vor, ihre Bürger als "menschliche Schutzschilde" zu nutzen. US-Soldaten würden sich "in Hotels und Büros verstecken", erklärte er im Onlinedienst X. Araghtschi forderte Hotels in der Region auf, ihnen Zimmer zu verweigern.

Der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge schickte der Iran entsprechende "eindringliche Warnungen" an zahlreiche Hotels, insbesondere in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain. Fars zufolge hat der Iran aber auch Einrichtungen in Syrien, dem Libanon und Dschibuti identifiziert, die von US-Militärangehörigen genutzt würden.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Teheran greift seitdem Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an.

Am Freitag wurde Kuwaits größter Handelshafen bei einem Angriff beschädigt. Der Hafen von Schuwaich sei am Morgen "von feindlichen Drohnen" angegriffen worden, teilte die kuwaitische Hafenbehörde mit. Es gebe Hinweise auf Sachschäden, aber keine Opfer.

Nach Regierungsangaben wurde zudem ein zweiter Hafen angegriffen, der sich derzeit im Bau befindet. Der Hafen von Mubarak al-Kabeer sei von Drohnen und Raketen getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Auch Israel setzte seine Angriffe auf Ziele im Iran fort. Am Freitagmorgen nahm die Armee dabei nach eigenen Angaben die "Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" in der Hauptstadt Teheran ins Visier. Getroffen wurden demnach Abschussvorrichtungen und Lager für Raketen im Westen des Landes sowie Produktionsanlagen in Teheran.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, die Angriffe zu verstärken, um den Beschuss aus dem Iran zu stoppen. "Trotz der Warnungen gehen die Raketenangriffe weiter, und daher werden die Luftangriffe der Armee intensiviert", erklärte Katz. Der Iran werde "einen hohen Preis" zahlen.

Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigten derweil, dass die Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu den "Feinden" des Iran gesperrt sei. Nach eigenen Angaben hinderten die Revolutionsgarden drei Schiffe daran, die Meerenge zu durchqueren. Die Containerschiffe hätten umkehren müssen. Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler waren darunter zwei Frachter der chinesischen Reederei Cosco.

Seit Beginn des Iran-Krieges ist die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den Revolutionsgarden kontrolliert.

US-Präsident Trump hatte am Donnerstag gesagt, als "Geschenk" und Zeichen des guten Willens habe der Iran zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt. Unter Verweis auf Verhandlungen mit Teheran verlängerte Trump erneut das gegen den Iran gerichtete Ultimatum zur Öffnung der Meerenge von Hormus. Teheran dementiert hingegen jegliche Verhandlungen mit den USA.

Nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bereiten Washington und Teheran aber möglicherweise direkte Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges vor. Diese könnten "recht kurzfristig in Pakistan stattfinden", sagte Wadephul.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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