Deutsche Tageszeitung - Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert

Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert


Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert
Russisches Kulturzentrum in Prag mit Molotow-Cocktails attackiert / Foto: © AFP

Ein Brandanschlag auf das russische Kulturzentrum in Prag hat neue diplomatische Verstimmungen zwischen Tschechien und Russland ausgelöst. Wie die tschechische Polizei am Freitag im Onlinedienst X mitteilte, wurden am Vorabend mehrere Molotow-Cocktails auf das sogenannte Russische Haus geschleudert. Das russische Außenministerium bestellte den tschechischen Botschafter ein. Die russische Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa verurteilte den "barbarischen Akt" und forderte eine rasche Untersuchung. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar verurteilte den Anschlag.

Textgröße ändern:

Der Leiter des Kulturzentrums, Igor Girenko, sprach in einer vom russischen Außenministerium verbreiteten Videobotschaft von einem "Terroranschlag" auf das Russische Haus. Nach seinen Angaben trafen drei Brandsätze die Fassade des Gebäudes. Drei weitere seien ins Innere geworfen worden, seien jedoch nicht explodiert. Verletzt wurde demnach niemand. An der Fassade des Russischen Hauses war schwarzer Ruß zu sehen, ein Fenster war zerbrochen.

Ein Vertreter der staatlichen russischen Kulturorganisation Rossotrudnitschestwo bezeichnete die Tat als "terroristischen Angriff auf russisches Eigentum".

Der tschechische Innenminister Metnar betonte, Angriffe auf jegliche Gebäude seien inakzeptabel, "unabhängig davon, wer deren Eigentümer ist".

Das Russische Haus war 1971 eröffnet worden, als die damalige Tschechoslowakei Teil des sowjetisch kontrollierten Ostblocks war. Es dient laut Selbstbeschreibung der Förderung russischer Kultur, Sprache und Geschichte. Die Regierung in Prag erkennt die Einrichtung seit Jahren nicht mehr als diplomatische Vertretung an und wirft ihr vor, russische Propaganda zu verbreiten.

Die Beziehungen zwischen Prag und Moskau sind seit Jahren angespannt. Tschechische Geheimdienste machen Russland seit 2021 für Explosionen in einem Munitionslager im osttschechischen Vrbetice im Jahr 2014 verantwortlich, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen. Die Vorwürfe führten zu massenhaften gegenseitigen Ausweisungen von Diplomaten.

Russland hatte Tschechien infolge der Affäre bereits 2021 als "unfreundlichen Staat" eingestuft - mehrere Monate vor dem Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022. Damals wie heute amtierte in Tschechien eine rechtsgerichtete Regierung unter Führung des Populisten Andrej Babis.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Laschet kritisiert mangelnden Beistand für Merz durch CDU-Ministerpräsidenten

Der frühere CDU-Chef Armin Laschet hat einen mangelnden Beistand führender Politiker seiner Partei für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach der verlorenen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kritisiert. Das CDU-Präsidium habe am Wahlabend "weitgehend ohne die eigenen Ministerpräsidenten" getagt, sagte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Ich wäre als Ministerpräsident, wenn ein anderer Bundesvorsitzender in so einer schwierigen Lage gewesen wäre, hingegangen."

Vor Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Umfragen weiter vor SPD

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sehen Umfragen die oppositionelle AfD weiter vor der regierenden SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. In einer am Freitag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kam die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm auf 37 Prozent. Die SPD erreichte 34 Prozent.

Vor Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Enges Umfragerennen von Linkspartei und CDU

Gut eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zeichnet sich in Umfragen weiter ein enges Rennen zwischen der Linken und der CDU um den Wahlsieg ab. In einer am Freitag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kam die oppositionelle Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 23 Prozent. Die regierende CDU von Spitzenkandidat Stefan Evers erreichte 21 Prozent.

"Partei des Hasses": Trump und Vance attackieren Demokraten bei Parteitag vor Midterms

Knapp zwei Monate vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen in den USA haben US-Präsident Donald Trump und sein Stellvertreter JD Vance die oppositionellen Demokraten scharf attackiert. "Die Demokraten sind die Partei des Hasses", sagte Vance am Donnerstag beim Parteitag seiner Republikaner im texanischen Dallas. "Sie sind die Partei, die Amerika und die Menschen, die es aufgebaut haben, verachtet."

Textgröße ändern: