Deutsche Tageszeitung - Trump wirft Merz fehlende Unterstützung bei Iran-Krieg vor - Kanzler sieht "massive Eskalation"

Trump wirft Merz fehlende Unterstützung bei Iran-Krieg vor - Kanzler sieht "massive Eskalation"


Trump wirft Merz fehlende Unterstützung bei Iran-Krieg vor - Kanzler sieht "massive Eskalation"
Trump wirft Merz fehlende Unterstützung bei Iran-Krieg vor - Kanzler sieht "massive Eskalation" / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat den Nato-Verbündeten erneut fehlende Unterstützung im Iran-Krieg vorgeworfen und sich verärgert über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gezeigt. "Friedrich, der deutsche Bundeskanzler, hat gesagt: 'Das ist nicht unser Krieg, wir haben nichts damit zu tun'", sagte Trump am Freitag bei einem Wirtschaftsforum in Miami. "Naja, die Ukraine ist nicht unser Krieg, aber wir haben ihnen geholfen."

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Trump bezog sich damit auf die US-Militärhilfe für die Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskriegs gegen das Land. Allerdings haben die USA unter Trump ihre Unterstützung für Kiew zurückgefahren, stattdessen bauen die Europäer ihre Hilfen aus.

Trump kritisierte in Miami mit Blick auf den Iran-Krieg auch den französischen Staatschef Emmanuel Macron und den britischen Premierminister Keir Starmer - und drohte den europäischen Nato-Partnern Konsequenzen an, weil sie sich nicht an einem militärischen Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen wollen. "Sie waren einfach nicht da", sagte Trump. "Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?"

"Wir geben jährlich Hunderte von Milliarden Dollar für die Nato aus, Hunderte, um sie zu schützen, und wir wären immer für sie da, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?" fügte Trump hinzu. Der US-Präsident sprach von einem "großen Fehler", den die Nato-Partner begangen hätten.

Vor einer Woche hatte der US-Präsident die Nato-Partner als "Feiglinge" beschimpft, da diese sich nicht an einem militärischen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge beteiligen wollten.

Merz äußerte sich derweil kritisch über das militärische Vorgehen der USA gegen den Iran und sprach von einer "massiven Eskalation" mit ungewissem Ausgang. "Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle", sagte der Bundeskanzler am Freitag auf einer Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Denn das, was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang."

Generell beurteilte Merz die Erfolgschancen der Kriegsführung Israels und der USA kritisch. "Ich bin nicht überzeugt, dass zum Erfolg führt, was Israel und die USA gerade machen", sagte Merz auf dem "FAZ-Kongress 2026". Mit Blick auf Trumps Kritik an der Zurückhaltung Deutschlands und anderer Nato-Staaten in dem Konflikt sagte Merz, er habe Trump vor Kriegsbeginn gesagt: "Wenn Du willst, dass wir helfen, frag uns bitte vorher." Dies habe der US-Präsident nicht getan.

Merz bekräftigte aber das deutsche Angebot, nach Abschluss eines Waffenstillstandes etwa bei der militärischen Absicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Notwendig dafür seien allerdings ein internationales Mandat und ein Beschluss des Bundestages. Derzeit "sind wir weit davon entfernt", sagte Merz.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Der Iran hat auch die Straße von Hormus weitgehend blockiert. Das hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt, was bereits jetzt weltweit schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen hat.

(M.Dylatov--DTZ)

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