Deutsche Tageszeitung - US-weite Großdemonstrationen gegen Trump: Über acht Millionen Teilnehmer

US-weite Großdemonstrationen gegen Trump: Über acht Millionen Teilnehmer


US-weite Großdemonstrationen gegen Trump: Über acht Millionen Teilnehmer
US-weite Großdemonstrationen gegen Trump: Über acht Millionen Teilnehmer / Foto: © AFP

Millionen von Menschen sind in den USA bei den dritten landesweiten Großdemonstrationen unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) gegen Präsident Donald Trump und seine als autoritär kritisierte Regierungsführung auf die Straßen gegangen. In allen 50 Bundesstaaten protestierten am Samstag "mindestens acht Millionen Menschen" bei über 3300 Demonstrationen, von großen Städten bis zu kleinen Ortschaften, teilten die Organisatoren der Proteste mit. Die US-Behörden veröffentlichten zunächst keine Schätzungen über die Gesamtzahl der Demonstrierenden.

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Es war bereits der dritte und bislang weitreichendste Protesttag unter dem Motto "No Kings" seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor 14 Monaten. Beim ersten Protesttag am 79. Geburtstag des US-Präsidenten hatten im Juni mehrere Millionen Menschen demonstriert, im Juni gingen Schätzungen zufolge sieben Millionen US-Bürger gegen Trump auf die Straße.

Im Bundesstaat Minnesota, der nach dem brutalen Vorgehen der US-Behörden gegen Einwanderer im Fokus von regierungskritischen Protesten stand, wurden ebenfalls zahlreiche Großdemonstrationen abgehalten. "Wir werden niemals einen Präsidenten akzeptieren, der ein pathologischer Lügner, ein Kleptokrat und ein Narzisst ist, der jeden Tag die Verfassung der Vereinigten Staaten und die Rechtsstaatlichkeit untergräbt", sagte der linke US-Politiker Bernie Sanders bei einer Rede in Minnesota.

In St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, spielte Rockstar und Trump-Kritiker Bruce Springsteen vor zehntausenden Demonstranten seinen Protestsong "Streets of Minneapolis", den er nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Alex Pretti und Renee Good geschrieben hatte. Pretti und Good waren am Rande von Protesten gegen die Trumps Einwanderungspolitik von Einsatzkräften erschossen worden. In den USA löste das brutale Vorgehen Entsetzen und Empörung aus.

In New York gingen zehntausende Demonstrierende auf die Straßen, darunter Oscar-Preisträger Robert De Niro. Der Schauspieler ist ein erklärter Kritiker des US-Präsidenten und bezeichnete Trump als "existenzielle Bedrohung für unsere Freiheit und Sicherheit".

In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia protestierten tausende Menschen mit Plakaten wie "Wir verlieren unsere Demokratie", in der Hauptstadt Washington marschierten Trump-Gegner mit Bannern wie "Kampf dem Faschismus" zum Lincoln Memorial.

Zusätzlichen Zulauf brachte den Demonstrationen die Unzufriedenheit über den vor einem Monat von den USA gemeinsam mit Israel begonnenen Iran-Krieg. Gegner kritisieren zudem unter anderem Trumps Hang, per Dekret zu regieren, sowie den Einsatz der Justiz gegen politische Gegner.

"Seit wir zuletzt auf die Straße gegangen sind, hat diese Regierung uns tiefer in einen Krieg gezogen", sagte Naveed Shah vom mit der "No Kings"-Bewegung verbündeten Veteranenverband Common Defense. "Im Inland haben wir erlebt, wie Bürger auf der Straße von militarisierten Truppen getötet wurden. Wir haben erlebt, wie Familien auseinandergerissen und Einwanderer ins Visier genommen wurden. All das geschah im Namen eines Mannes, der versucht, wie ein König zu herrschen."

Auch außerhalb der USA fanden Anti-Trump-Demonstrationen statt, unter anderem in Amsterdam, Madrid und Rom.

(M.Dorokhin--DTZ)

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