Deutsche Tageszeitung - "FAZ": Deutschland wird weniger Geld aus mehrjährigem EU-Haushalt erhalten

"FAZ": Deutschland wird weniger Geld aus mehrjährigem EU-Haushalt erhalten


"FAZ": Deutschland wird weniger Geld aus mehrjährigem EU-Haushalt erhalten
"FAZ": Deutschland wird weniger Geld aus mehrjährigem EU-Haushalt erhalten / Foto: © AFP

Deutschland wird aus dem nächsten mehrjährigen EU-Haushalt offenbar deutlich weniger Geld erhalten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagsausgabe) unter Berufung auf Berechnungen des Europaparlaments berichtete, sind für den Sieben-Jahres-Zeitraum von 2028 bis 2034 noch 57,3 Milliarden Euro für Deutschland vorgesehen. Dies seien elf Prozent weniger als im letzten Mehrjahres-Budget. Fazit der Zeitung: Damit gehöre Deutschland "zu den großen Verlierern" der Haushaltspläne.

Textgröße ändern:

Der Rückgang dürfte vor allem die Zuwendungen verringern, die bisher an deutsche Landwirte geflossen seien, hieß es in dem "FAZ"-Bericht. Die Zeitung berief sich dabei auf interne Angaben der Generaldirektion Haushalt im Europaparlament.

Die Bundesregierung verwies dazu darauf, dass die Verhandlungen über den EU-Haushalt noch nicht abgeschlossen seien. Das Mehrjahresbudget werde "in Brüssel derzeit intensiv verhandelt", hieß es aus dem zuständigen Auswärtigen Amt auf AFP-Anfrage. Die Höhe und Verteilung der Mittel in einem ersten Vorschlag der EU-Kommission werde sich "im Verhandlungsverlauf jedoch erfahrungsgemäß noch erheblich verändern". Die in dem Zeitungsbericht genannten Zahlen seien "daher zum jetzigen Zeitpunkt rein spekulativ".

Nach Angaben der "FAZ" sollen sich die Gesamtmittel für die EU-Staaten um acht Prozent auf 698,27 Milliarden Euro verringern. Die stärksten Einschnitte kämen demnach auf Slowenien und Irland mit minus 13 Prozent zu. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Tschechien müssten mit zwölf Prozent weniger auskommen. Österreich erhalte neun Prozent weniger. Mehr Geld bekämen hingegen Estland, Lettland, Malta und Schweden.

Mit dem Geld aus den sogenannten nationalen Umschlägen können die Staaten Hilfen für Landwirte, die regionale Entwicklung, Soziales und andere Aufgaben finanzieren, wie es in dem Bericht weiter hieß. Bisher gebe es für all diese Aufgaben eigene detaillierte Programme und Haushaltsposten. Die EU-Kommission wolle den Haushalt nun aber grundlegend reformieren und die Ausgaben bündeln.

Die Staaten sollten dann weitgehend frei entscheiden, wie sie die Mittel nutzen, hieß es weiter. Wie genau sollten sie in "nationalen Entwicklungsplänen" darlegen.

Für Deutschland bedeute dies nach den Angaben aus dem Europaparlament, dass die Bauern mindestens 31,87 Milliarden Euro erhalten. Dies wären laut "FAZ" fast zwölf Milliarden Euro weniger als bisher. Wenn Deutschland indes alle verfügbaren freien Mittel für die Landwirte nutzen würde, könnte es das bisherige Niveau beinahe halten. Dann müssten aber andere Aufgaben und insbesondere die Förderung der Regionen entsprechend zurückgefahren werden.

Im Auswärtigen Amt wurde zu dem Bericht betont, neben weiterhin "beträchtlichen Mitteln für die traditionellen Ausgabenbereiche wie Landwirtschaft und Kohäsionspolitik" sehe der Kommissionsvorschlag "deutlich mehr Mittel für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Forschung vor". Hiervon werde "Deutschland besonders profitieren".

Mit Blick auf das Gesamtvolumen hieß es aus dem Auswärtigen Amt weiter, der Vorschlag der Europäischen Kommission würde zu einer deutlichen Steigerung der EU-Ausgaben im Vergleich zum laufenden Mehrjahreshaushalt für die Jahre 2021 bis 2027 führen. Die Bundesregierung setze sich in den Verhandlungen deshalb "für eine horizontale Kürzung des Kommissionsvorschlags ein, um den zukünftigen EU-Haushalt für die Mitgliedstaaten fiskalisch tragfähig zu halten".

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Verteidigungsministertreffen: Pistorius spricht Putin ernsthaften Friedenswillen ab

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Kremlchef Wladimir Putin vor dem Hintergrund der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA mangelnden Friedenswillen vorgeworfen. "Putin simuliert immer mal wieder Gesprächsbereitschaft", sagte Pistorius am Montag nach einem E5-Verteidigungsministertreffen in Paris. "Nichts, aber auch gar nichts" deute darauf hin, dass Putin "an einem Waffenstillstand oder gar an einem Frieden interessiert ist".

Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit

Der Iran und die drei Länder des sogenannten Mekka-Abkommens haben nach einem ersten Treffen in Teheran nach Angaben staatlicher Medien weitere Gespräche über eine Stärkung ihrer Zusammenarbeit vereinbart. Die iranischen Vertreter sowie jene Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans seien darüber übereingekommen, dabei auch über "regionalen Frieden und Sicherheit" zu sprechen, hieß es im staatlichen iranischen Fernsehen am Montag.

UN-Ermittler werfen Israel Verbrechen der "Auslöschung" im Westjordanland vor

Einen Tag vor der Parlamentswahl in Israel haben im Auftrag der Vereinten Nationen tätige unabhängige Ermittler dem Land Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Westjordanland vorgeworfen. Darunter sei der Vorwurf der "Auslöschung", erklärte die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Im Gazastreifen begehe Israel zudem weiterhin "Akte des Völkermords". Dort wurden nach palästinensischen Angaben fünf Menschen bei israelischen Angriffen getötet.

Venezuela: Oppositionsführerin Machado zu Treffen mit Übergangspräsidentin bereit

Nach ihrer überraschenden Rückkehr nach Venezuela hat die Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ihre Bereitschaft zu einem Treffen mit Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erklärt. Machado wäre bereit, "sich nicht nur mit Rodríguez zusammenzusetzen, sondern mit wem auch immer sie es tun sollte, vor dem ganzen Land, in völliger Transparenz und mit einer Agenda", sagte ihre Sprecherin Claudia Macero am Montag im Sender Union Radio.

Textgröße ändern: