Deutsche Tageszeitung - Chiles ultrarechte Regierung will Colonia Dignidad nicht mehr enteignen

Chiles ultrarechte Regierung will Colonia Dignidad nicht mehr enteignen


Chiles ultrarechte Regierung will Colonia Dignidad nicht mehr enteignen

Die neue ultrarechte Regierung in Chile will eine Entscheidung zur Enteignung der früheren deutschen Siedlung Colonia Dignidad rückgängig machen. Die Regierung unter dem ultrarechten Präsidenten José Antonio Kast werde eine entsprechende Anordnung erlassen, sagte Wohnungsminister Iván Poduje am Sonntag der Zeitung "La Tercera".

Textgröße ändern:

In der 1961 von dem Deutschen Paul Schäfer gegründeten sektenartigen Siedlung Colonia Dignidad waren zur Zeit der chilenischen Militärdiktatur von Augusto Pinochet in den Jahren 1973 bis 1990 zahlreiche Menschen vergewaltigt, gefoltert und getötet worden. Schäfer wurde 2005 in Argentinien festgenommen, des sexuellen Missbrauchs von Kindern für schuldig befunden und starb 2010 im Gefängnis.

Die frühere chilenische Regierung unter dem linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric hatte im vergangenen Jahr die Enteignung des Siedlungsgeländes angeordnet, um dort einen Erinnerungsort an die Opfer der Militärdiktatur zu errichten.

"Dieses Projekt hat nichts mit unserem Programm zu tun", sagte Minister Poduje dazu und verwies auf die schlechte Haushaltslage des Landes. Einen "ideologischen Hintergrund" der Entscheidung wies er zurück.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Verteidigungsministertreffen: Pistorius spricht Putin ernsthaften Friedenswillen ab

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Kremlchef Wladimir Putin vor dem Hintergrund der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA mangelnden Friedenswillen vorgeworfen. "Putin simuliert immer mal wieder Gesprächsbereitschaft", sagte Pistorius am Montag nach einem E5-Verteidigungsministertreffen in Paris. "Nichts, aber auch gar nichts" deute darauf hin, dass Putin "an einem Waffenstillstand oder gar an einem Frieden interessiert ist".

Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit

Der Iran und die drei Länder des sogenannten Mekka-Abkommens haben nach einem ersten Treffen in Teheran nach Angaben staatlicher Medien weitere Gespräche über eine Stärkung ihrer Zusammenarbeit vereinbart. Die iranischen Vertreter sowie jene Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans seien darüber übereingekommen, dabei auch über "regionalen Frieden und Sicherheit" zu sprechen, hieß es im staatlichen iranischen Fernsehen am Montag.

UN-Ermittler werfen Israel Verbrechen der "Auslöschung" im Westjordanland vor

Einen Tag vor der Parlamentswahl in Israel haben im Auftrag der Vereinten Nationen tätige unabhängige Ermittler dem Land Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Westjordanland vorgeworfen. Darunter sei der Vorwurf der "Auslöschung", erklärte die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Im Gazastreifen begehe Israel zudem weiterhin "Akte des Völkermords". Dort wurden nach palästinensischen Angaben fünf Menschen bei israelischen Angriffen getötet.

Venezuela: Oppositionsführerin Machado zu Treffen mit Übergangspräsidentin bereit

Nach ihrer überraschenden Rückkehr nach Venezuela hat die Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ihre Bereitschaft zu einem Treffen mit Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erklärt. Machado wäre bereit, "sich nicht nur mit Rodríguez zusammenzusetzen, sondern mit wem auch immer sie es tun sollte, vor dem ganzen Land, in völliger Transparenz und mit einer Agenda", sagte ihre Sprecherin Claudia Macero am Montag im Sender Union Radio.

Textgröße ändern: