Deutsche Tageszeitung - Netanjahu: Lateinischer Patriarch soll "sofortigen" Zugang zu Grabeskirche erhalten

Netanjahu: Lateinischer Patriarch soll "sofortigen" Zugang zu Grabeskirche erhalten


Netanjahu: Lateinischer Patriarch soll "sofortigen" Zugang zu Grabeskirche erhalten
Netanjahu: Lateinischer Patriarch soll "sofortigen" Zugang zu Grabeskirche erhalten / Foto: © POOL/AFP

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem den "vollständigen und sofortigen Zugang" zur Grabeskirche zugesichert. Er habe die zuständigen Behörden angewiesen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa den Zutritt zu gewähren, erklärte Netanjahu am Montagmorgen im Onlinedienst X. Am Sonntag hatte die Polizei in Israel Pizzaballa am Betreten der Grabeskirche gehindert, wo er zum Beginn der Karwoche die traditionelle Palmsonntagsmesse abhalten wollte.

Textgröße ändern:

Netanjahu führte Sicherheitsbedenken als Grund für die Maßnahme der israelischen Polizei an. "In den vergangenen Tagen hat der Iran wiederholt die heiligen Stätten aller drei monotheistischen Religionen in Jerusalem mit Marschflugkörpern ins Visier genommen", erklärte er. "Bei einem Angriff schlugen Raketensplitter wenige Meter von der Grabeskirche entfernt ein." Zum Schutz der Gläubigen habe Israel Menschen aller Glaubensrichtungen gebeten, "vorübergehend" auf den Besuch aller heiligen Stätten in der Jerusalemer Altstadt zu verzichten.

Dem Oberhaupt des Patriarchats sei "zum ersten Mal seit Jahrhunderten" das Betreten der Grabeskirche untersagt worden, hatte das Lateinische Patriarchat am Sonntag erklärt. Pizzaballa sei mit einem weiteren Kirchenvertreter privat unterwegs gewesen - ohne zeremonielle Prozession - und habe umkehren müssen. "Die Tatsache, dass dem Kardinal und dem Kustos als ranghöchsten Vertretern der katholischen Kirche an den heiligen Stätten der Zutritt verwehrt wurde, stellt eine offensichtlich unangemessene und völlig unverhältnismäßige Maßnahme dar", hieß es in der Stellungnahme der Patriarchats.

International erfolgte Kritik an dem Verhalten der israelischen Polizei. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez äußerten sich verärgert. Italiens Außenminister Antonio Tajani schrieb bei X, er habe den israelischen Botschafter in Rom einbestellt.

Öffentliche Versammlungen sind in Jerusalem derzeit wegen des Iran-Krieges auf etwa 50 Teilnehmer begrenzt. Mitte März waren während iranischer Raketenangriffe auf Jerusalem Trümmerteile unter anderem auf dem Tempelberg und an der Grabeskirche herabgestürzt. Das Lateinische Patriarchat hatte angesichts der kriegsbedingten Versammlungseinschränkung bereits angekündigt, auf die traditionelle Palmsonntagsprozession zu verzichten. Diese führt normalerweise vom Ölberg in die Altstadt von Jerusalem und zieht tausende Gläubige an.

Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Sie steht an dem Ort, wo der christlichen Überlieferung zufolge Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz begraben worden und wiederauferstanden sein soll.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

US-Vizepräsident Vance bezeichnet Demokraten als "Partei des Hasses"

Zwei Monate vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen in den USA hat Vizepräsident JD Vance die oppositionellen Demokraten scharf attackiert. "Die Demokraten sind die Partei des Hasses", sagte der Stellvertreter von US-Präsident Donald Trump am Donnerstag beim Parteitag seiner Republikaner im texanischen Dallas. "Sie sind die Partei, die Amerika und die Menschen, die es aufgebaut haben, verachtet."

Präsident der Emirate setzt Deutschland-Besuch in München fort

Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, setzt am Freitag seinen Deutschland-Besuch in München fort. Am Vormittag wird al-Nahjan in der bayerischen Hauptstadt von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) empfangen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Gegen Mittag nimmt er dann auf Einladung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an einem Wirtschaftsforum teil.

Bundestag: Haushaltswoche endet mit Debatten über Etats für Arbeit und Forschung

Zum Abschluss der Haushaltswoche im Bundestag debattieren die Abgeordneten am Freitag über die Etats von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD, 09.00 Uhr) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU, 10.45 Uhr). Den Abschluss der Beratungen über den Haushaltsentwurf der Bundesregierung bildet die sogenannte Schlussrunde zum Haushaltsgesetz 2027. Nach der 90-minütigen Aussprache werden sämtliche Einzelpläne zur weiteren Beratung an den Haushaltsausschuss überwiesen.

Putin vor Gipfeltreffen der Brics-Staaten in Indien eingetroffen

Der russische Präsident Wladimir Putin ist vor dem Gipfeltreffen des Schwellenländer-Bündnisses Brics in Indien eingetroffen. Putin kam am Freitag auf einem Luftwaffenstützpunkt in der indischen Hauptstadt Neu Delhi an, wie Bilder der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zeigten. Er wurde dort vom indischen Außenstaatssekretär Kirti Vardhan Singh empfangen.

Textgröße ändern: