Deutsche Tageszeitung - Dutzende Migranten an bosnisch-kroatischer Grenze in Lebensgefahr geraten

Dutzende Migranten an bosnisch-kroatischer Grenze in Lebensgefahr geraten


Dutzende Migranten an bosnisch-kroatischer Grenze in Lebensgefahr geraten

Im Grenzgebiet zwischen Bosnien und Kroatien sind dutzende Migranten, die über die sogenannte Balkanroute in die westliche EU gelangen wollten, in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Etwa 30 Menschen seien aus sumpfigen Gebiet gerettet worden, erklärte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic am Mittwoch. Es werde nach weiteren möglichen Betroffenen gesucht - einige seien womöglich bei der Überquerung des Grenzflusses Save gestorben.

Textgröße ändern:

"Das ist eine Situation, mit der wir leider seit Jahren konfrontiert sind," sagte Bozinovic. "Migranten verlieren ihr Leben bei illegalen Grenzübertritten." In der Gruppe, die von Bosnien nach Kroatien wollte, seien vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan, Indien und Bangladesch gewesen.

Dem Minister zufolge war in der Nacht ein Hilferuf bei den kroatischen Behörden eingegangen. Etwa hundert Mitarbeiter der Rettungskräfte, darunter Polizisten und Feuerwehrleute, versuchten laut Bozinovic die in Gefahr geratene Gruppe nahe dem Dorf Babina Greda im Südosten Kroatiens zu erreichen. "Das Gelände ist extrem schwierig und undurchdringlich."

Das EU-Mitglied Kroatien ist ein wichtiges Transitland für Migranten auf dem Weg in den Westen. 2025 wurden 14 Todesfälle von Migranten in Kroatien verzeichnet, in diesem Jahr waren es bislang zwei. Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge kamen auf der Balkanroute seit 2014 mehr als 400 Menschen ums Leben.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Oberstes US-Gericht berät über Staatsbürgerschaft per Geburt - Trump im Publikum

Am Obersten Gerichtshof der USA hat am Mittwoch eine Anhörung zum Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft begonnen. Dabei geht es um den Plan von Präsident Donald Trump, das in der Verfassung verankerte Recht auf die US-Staatsbürgerschaft unter anderem für die Kinder von Menschen ohne gültigem Aufenthaltsstatus abzuschaffen. Trump nahm an der Verhandlung des Supreme Court persönlich teil, laut US-Medien als erster amtierender Präsident. Vor dem Gericht demonstrierten dutzende Menschen gegen seine Pläne.

Mindestens 40 Migranten sterben bei Bootsunglücken in Mittelmeer und Ärmelkanal

Bei Vorfällen mit Booten im Mittelmeer und im Ärmelkanal sind mindestens 40 Migranten ums Leben gekommen. Vor der türkischen Ägäisküste wurden mindestens 19 Menschen aus Afghanistan tot aus dem Wasser geborgen, darunter ein Baby, wie die türkische Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Italiens Küstenwache meldete derweil den Fund von 19 toten Migranten auf einem Boot vor der italienischen Insel Lampedusa. Beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, starben zwei weitere Menschen.

Nach Ankunft von Öltanker: Russland sichert Kuba weitere Hilfe zu

Nach der Ankunft eines russischen Öltankers in Kuba hat Moskau dem Karibikstaat weitere Unterstützung zugesichert. "Kuba ist unser Freund und engster Partner in der Karibik", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch in Moskau. "Wir haben nicht das Recht, es fallenzulassen, und deshalb wird unsere Hilfe weiter andauern."

Rückkehr von Syrern: Merz sorgt weiter für Unverständnis

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sorgt mit seinen Äußerungen zur Rückkehr von Syrern weiter für Unverständnis. Die Grünen warfen Merz am Mittwoch vor, das Vertrauen in die Politik zu beschädigen, indem er die Realität verkenne, dass viele geflüchtete Syrerinnen und Syrer "in systemrelevanten Berufen" arbeiten. Die führenden Wirtschaftsinstitute warnten vor erheblichen Folgen, sollte tatsächlich binnen drei Jahren ein Großteil der Syrer in ihre Heimat zurückkehren.

Textgröße ändern: