Deutsche Tageszeitung - Junta-Chef: Menschen in Burkina Faso müssen Demokratie "vergessen"

Junta-Chef: Menschen in Burkina Faso müssen Demokratie "vergessen"


Junta-Chef: Menschen in Burkina Faso müssen Demokratie "vergessen"
Junta-Chef: Menschen in Burkina Faso müssen Demokratie "vergessen" / Foto: © AFP/Archiv

Der Chef der in Burkina Faso regierenden Militärjunta hat die Bürger des westafrikanischen Landes aufgefordert, die Demokratie zu "vergessen". "Die Leute müssen die Frage der Demokratie vergessen, die Demokratie ist nichts für uns", sagte Hauptmann Ibrahim Traoré am Donnerstag in einem im Staatssender RTB ausgestrahlten Interview mit in- und ausländischen Journalisten. "Wir reden gar nicht erst von Wahlen", sagte er.

Textgröße ändern:

Traoré war im September 2022 durch einen Putsch an die Macht gekommen, der zweite innerhalb von acht Monaten. Seitdem reagiert seine Militärjunta in dem westafrikanischen Land. Der politische Übergangsprozess, der nach dem ersten Putsch im Januar 2022 eingeleitet worden war, sollte im Juli 2024 mit Wahlen enden. Die Junta verlängerte diesen Zeitraum jedoch um weitere fünf Jahre.

Im Oktober des vergangenen Jahres löste die Militärjunta die unabhängige Wahlkommission des Landes auf. Im Februar wurden außerdem die politischen Parteien aufgelöst, deren Aktivitäten bereits zuvor ausgesetzt worden waren. Im vergangenen Jahr sagte Traoré: "Wir leben nicht in einer Demokratie."

Seit ihrer Machtübernahme hat die Militärjunta, die westlichen Ländern und vor allem Frankreich feindlich gesinnt ist, die Verbreitung zahlreicher internationaler Medien verboten oder ausgesetzt. Einige internationale Journalisten wurden ausgewiesen.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

450 Jahre Haft für "Antifa-Terroristen" in Texas

Drakonisches Urteil nach teils gewaltsamen Protesten gegen ein US-Abschiebezentrum in Texas: Ein Gericht in dem südlichen Bundesstaat hat am Dienstag Haftstrafen von insgesamt 450 Jahren gegen acht Demonstrantinnen und Demonstranten verhängt, wie das US-Justizministerium mitteilte. Die Anklage warf den angeblichen Antifa-Mitgliedern einen "terroristischen Angriff" auf die Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE nahe Dallas vor.

US-Senat stimmt gegen Trumps Vorgehen im Iran

Erneute Niederlage für US-Präsident Donald Trump im Kongress: Rund drei Wochen nach dem Repräsentantenhaus hat am Dienstag auch der Senat in Washington für ein Ende des Iran-Kriegs gestimmt. Das Votum gilt als symbolisch, da es keine Gesetzeskraft hat.

Widerstandskämpfer Marc Bloch wird ins Pariser Panthéon aufgenommen

Der im Zweiten Weltkrieg von der Gestapo erschossene französische Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch hat einen Platz im Pariser Panthéon bekommen. Bei der Gedenkfeier am Dienstagabend in Paris wurden zwei symbolische Särge des Geehrten und seiner Frau Simonne Vidal in einer feierlichen Prozession zum Panthéon gebracht. Die frühere Kirche in fünften Pariser Stadtbezirk dient als Ruhmeshalle der Nation.

Rubio: Washington wird keine Durchfahrtsgebühren für Straße von Hormus akzeptieren

Kein Land darf nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio Mautgebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. "Es handelt sich um eine internationale Wasserstraße", betonte Rubio bei seiner Ankunft in Abu Dhabi am Dienstag. "Kein Land darf auf einer internationalen Wasserstraße Mautgebühren oder Abgaben erheben. Das ist geltendes Völkerrecht", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: