Deutsche Tageszeitung - USA und Iran suchen fieberhaft nach Besatzungsmitglied von US-Kampfjet

USA und Iran suchen fieberhaft nach Besatzungsmitglied von US-Kampfjet


USA und Iran suchen fieberhaft nach Besatzungsmitglied von US-Kampfjet
USA und Iran suchen fieberhaft nach Besatzungsmitglied von US-Kampfjet / Foto: © US Airforce/AFP/Archiv

Der Iran und die USA liefern sich nach dem ersten Abschuss eines US-Kampfjets durch die iranischen Streitkräfte einen Wettlauf bei der Suche nach einem vermissten Crewmitglied. Die Suche nach dem verschollenen Besatzungsmitglied des F-15-Kampfjets wurde am Samstag fortgesetzt, nachdem US-Spezialeinheiten laut US-Medien am Freitag eines der beiden Crewmitglieder gerettet hatten. Während der Iran sich über die USA mockierte, betonte US-Präsident Donald Trump, der Abschuss habe keinerlei Auswirkung auf Gespräche mit Teheran.

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Der Iran hatte am Freitag erklärt, einen Kampfjet über seinem Territorium abgeschossen zu haben. "Ein feindlicher amerikanischer Kampfjet ist im zentraliranischen Luftraum von dem Luftverteidigungssystem der Luftwaffe der iranischen Revolutionsgarden getroffen und zerstört worden", erklärte die Kommandozentrale der iranischen Streitkräfte. "Der Jet wurde vollständig vernichtet, die weitere Suche dauert an."

US-Medien berichteten, bei dem abgeschossenen Kampfjet handele es sich um eine F-15E, die üblicherweise zwei Besatzungsmitglieder hat: den Piloten und einen Waffensystemoffizier. Laut dem Nachrichtensender CNN wurde das von US-Spezialeinheiten bei einem sofort gestarteten Such- und Rettungseinsatz geborgene Besatzungsmitglied medizinisch versorgt.

Später erklärte der Iran, einen zweiten US-Kampfjet abgeschossen zu haben, dieses Mal eines vom Typ A-10. US-Medien berichteten, der Kampfjet sei in den Persischen Golf gestürzt, der Pilot habe gerettet werden können.

Der Abschuss der Kampfjets ist eine schwere Schmach für die USA, die Ende Februar zusammen mit Israel schwere Luftangriffe auf den Iran gestartet hatten. Sollte das noch vermisste F-15-Besatzungsmitglied in iranische Gefangenschaft geraten, wäre dies für Washington ein Albtraum.

US-Präsident Trump betonte aber, der Vorfall habe keinerlei Auswirkungen auf die Verhandlungen mit Teheran. "Nein, überhaupt nicht", antwortete Trump im US-Sender NBC auf eine entsprechende Frage. "Es ist eben Krieg."

Spott kam allerdings vom mächtigen iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf. "Nachdem der Iran angeblich 37 Mal in Folge besiegt wurde, wurde der brillante Krieg ohne Strategie, den sie begonnen haben, jetzt von 'Regimewandel' zu 'Hey, kann jemand unsere Piloten finden? Bitte?' herabgestuft", schrieb er im Kurzbotschaftendienst X. Das sei ein "unglaublicher Fortschritt" - "absolute Genies."

Die US-Armee hat bei dem seit mehr als einen Monat andauernden Einsatz im Iran bereits einige Flugzeuge verloren, darunter ein Tankflugzeug, das im Irak abgestürzt war, sowie drei F-15-Jets, die versehentlich von Kuwait abgeschossen wurden. Es ist aber das erste Mal, dass der Iran US-Kampfflugzeuge abschießen konnte.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete am Samstag, die USA und Israel hätten erneut einen Luftangriff auf das Atomkraftwerk Buschehr geflogen. Dabei sei in der Nähe der Anlage ein Sicherheitsmann getötet worden. An den Atominstallationen seien keine Schäden entstanden. Russland zog nach eigenen Angaben nach dem Angriff knapp 200 Arbeiter von dem Atomkraftwerk ab. Das Außenministerium in Moskau sprach von einem "bösartigen" Angriff. Attacken auf iranische Atomanlagen müssten umgehend eingestellt werden.

Bei US-israelischen Angriffen auf ein petrochemisches Zentrum im Südwesten des Iran wurden am Samstag nach Angaben von Staatsmedien mindestens fünf Menschen verletzt. "In der Sonderzone für Petrochemie in Mahschahr haben sich Explosionen ereignet", berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf das Gouverneursbüro der Provinz. Der iranische Wissenschaftsminister Hossein Simai Sarraf sagte derweil, seit Kriegsbeginn seien bereits 30 Universitäten attackiert worden.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärtenl, im Persischen Golf ein mit Israel in Verbindung stehendes Schiff angegriffen zu haben. Die "MSC Ishyka" sei in einem Hafen des Golfstaates Bahrain mit einer Drohne attackiert worden.

Auch aus der libanesischen Hauptstadt Beirut wurden erneut Angriffe gemeldet. Ein AFP-Journalist hörte am Samstagmorgen zwei laute Explosionen binnen einer halben Stunde und berichtete von aufsteigendem Rauch.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.

(W.Uljanov--DTZ)

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