Deutsche Tageszeitung - Nach Angriffen auf iranisches Akw Buschehr: IAEA warnt vor "sehr realer Bedrohung"

Nach Angriffen auf iranisches Akw Buschehr: IAEA warnt vor "sehr realer Bedrohung"


Nach Angriffen auf iranisches Akw Buschehr: IAEA warnt vor "sehr realer Bedrohung"
Nach Angriffen auf iranisches Akw Buschehr: IAEA warnt vor "sehr realer Bedrohung" / Foto: © Satellite image ©2026 Vantor/AFP/Archiv

Angesichts des bereits vierten Angriffs auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor einer "sehr realen Bedrohung für die nukleare Sicherheit" gewarnt. Luftangriffe auf ein in Betrieb befindliches Akw "könnten einen schweren radiologischen Unfall mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt im Iran und darüber hinaus" verursachen, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag im Onlinedienst X. Diese "sehr reale Bedrohung" müsse aufhören.

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Russland warnte, die Angriffe könnten eine "radiologische Katastrophe" auslösen, die "verheerender" wäre als Tschernobyl. Das Außenministerium in Moskau erklärte, es fordere "ein weiteres Mal dringend eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen".

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna war am Samstag bei einem Angriff auf das Gelände von Buschehr ein Sicherheitsmann getötet worden. An den Atominstallationen seien jedoch keine Schäden entstanden.

Der Angriff sei jedoch lediglich 75 Meter von dem Akw-Gelände entfernt eingeschlagen, erklärte Grossi basierend auf einer IAEA-Auswertung von Satellitenbildern. "Eine Nuklearanlage und ihre Umgebung sollten niemals angegriffen werden", warnte er.

Das Akw Buschehr im Südwesten des Iran verfügt über den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden war.

Russland war an dem Bau des Akw beteiligt, russische Techniker unterstützten den Betrieb vor Ort. Wenige Stunden nach dem jüngsten Angriff auf Buschehr erklärte Moskau, dass 198 weitere russische Arbeiter von dem Atomkraftwerk abgezogen worden seien. Bereits Ende März waren gut 160 russische Arbeiter nach US-israelischen Angriffen von dem Gelände fortgebracht worden.

Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Iran-Krieg.

(V.Korablyov--DTZ)

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