Deutsche Tageszeitung - Beirut: Mehr als 180 Tote und 890 Verletzte bei israelischen Angriffen im Libanon

Beirut: Mehr als 180 Tote und 890 Verletzte bei israelischen Angriffen im Libanon


Beirut: Mehr als 180 Tote und 890 Verletzte bei israelischen Angriffen im Libanon
Beirut: Mehr als 180 Tote und 890 Verletzte bei israelischen Angriffen im Libanon / Foto: © AFP

Bei den massiven israelischen Angriffen im Libanon sind am Mittwoch nach Angaben der Behörden mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt worden. Die Zahl könne weiter steigen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Die Hauptstadt Beirut erlebte die heftigsten Angriffe seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Israel erklärte, die von den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe gelte nicht für den Libanon. US-Präsident Donald Trump bestätigte dies.

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Nach einer Serie von gleichzeitigen Angriffen auf Viertel in Beirut am Nachmittag flog die israelische Armee auch am Abend Angriffe, darunter auf ein Gebäude im Gebiet Tallet El-Chajat. Dort stürzte nach Angaben eines AFP-Fotografen ein Wohngebäude teilweise ein. AFP-Journalisten beobachteten Szenen der Panik, als mehrere Angriffe während der Hauptverkehrszeit das Zentrum von Beirut trafen. Staatlichen libanesischen Medien zufolge griff Israel am Abend auch die südlichen Vororte von Beirut an.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte den Donnerstag zum Tag der Trauer "für die Märtyrer und Verwundeten der israelischen Angriffe", die sich "gegen Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten" gerichtet hätten. Öffentliche Verwaltungen sollten geschlossen und Flaggen auf Halbmast gesetzt werden. Alle politischen und diplomatischen Ressourcen des Libanon würden mobilisiert, "um die israelische Tötungsmaschine zu stoppen".

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, die israelischen Streitkräfte hätten landesweit "einen Überraschungsangriff auf hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgeführt". Es sei "der schwerste Schlag, den die Hisbollah seit der Operation 'Beepers' erlitten hat", sagte Katz. Er bezog sich dabei auf von Israel organisierte Angriffe im Jahr 2024, bei denen Pager und Walkie-Talkies hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon explodierten und viele von ihnen töteten.

Die radikalislamische Hisbollah erklärte, sie habe das "Recht", auf die israelische Angriffswelle zu reagieren. "Wir versichern, dass das Blut der Märtyrer und der Verletzten nicht umsonst vergossen worden sein wird", erklärte die vom Iran unterstützte Miliz. "Die heutigen Massaker, wie alle Aggressionen und brutalen Verbrechen", bestätigten "unser natürliches Recht, Widerstand gegen die Besatzer zu leisten und auf ihre Aggression zu antworten", hieß es in einer Mitteilung.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und der Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. US-Präsident Donald Trump verkündete die Einigung in der Nacht zum Mittwoch MESZ. Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen, diese gelte aber anders als vom Vermittler Pakistan verkündet nicht für den Kampf gegen die Hisbollah im Libanon. Trump bestätigte dies später.

(L.Svenson--DTZ)

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