Deutsche Tageszeitung - Trotz Waffenruhe-Einigung: Straße von Hormus noch nicht wieder geöffnet

Trotz Waffenruhe-Einigung: Straße von Hormus noch nicht wieder geöffnet


Trotz Waffenruhe-Einigung: Straße von Hormus noch nicht wieder geöffnet

Trotz der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg ist die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus am Donnerstag vorerst weiterhin blockiert gewesen. Die iranischen Revolutionsgarden empfahlen angesichts von Seeminen alternative Routen durch die Meerenge. Aus Teheran hieß es, der Iran werde die Kontrolle dort behalten und möglicherweise eine Maut kassieren. US-Präsident Donald Trump forderte indes, so wie in der Vereinbarung zur Waffenruhe zugesagt müsse der Iran die Straße von Hormus "unverzüglich" wieder öffnen.

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Seit dem Verkünden der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch sind nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren, durch die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte führt.

"Alle Schiffe, die beabsichtigen, die Straße von Hormus zu passieren", sollten "zum Schutz vor möglichen Kollisionen mit Seeminen alternative Routen" nutzen, hieß es in einer von iranischen Medien am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Revolutionsgarden. In der Erklärung wurden Anweisungen für eine alternative Ein- und Ausfahrt durch die Meerenge mitgeteilt. Die Routen verlaufen demnach südlich und nördlich der Insel Larak.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und der Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die Führung in Teheran erklärte sich im Gegenzug bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen - betonte jedoch, die Meerenge weiter kontrollieren und möglicherweise Maut für die Passage zu kassieren.

In Europa stieß der Vorschlag einer Durchfahrtgebühr auf heftige Kritik. "Das ist inakzeptabel, weil die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut ist, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf", sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender France Inter. Das Völkerrecht sei "glasklar", sagte ein Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel. "Die Schifffahrt muss frei sein", betonte er. Die EU werde "keine Zahlung oder Gebühr irgendeiner Art" akzeptieren.

Nach Informationen der Fachzeitschrift "Lloyd's List" sitzen derzeit mehr als 800 Schiffe im Persischen Golf fest. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte in Washington, Trump erwarte, dass die Route "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde. Jedwede Schließung sei "völlig inakzeptabel".

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars vom Mittwoch war die Durchfahrt von Öltankern zuletzt wieder "vollständig unterbrochen". Als Grund nannte die Agentur den erneuten israelischen Angriff auf den Libanon. Dieser sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe".

Trump will nach Leavitts Worten mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu über die Lage im Libanon reden. Israel hatte nach der Einigung auf die Waffenruhe im Iran-Krieg die heftigsten Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele seit Kriegsbeginn geflogen. Dabei wurden libanesischen Angaben zufolge mindestens 200 Menschen getötet und mindestens 1000 weitere verletzt. Nach der Lesart der USA und Israels gilt die Vereinbarung zur Waffenruhe nicht für den Libanon, was den Angaben des Vermittlers Pakistan widersprach.

Angesichts der Zweifel an einer nachhaltigen Umsetzung der Waffenruhe stieg der Ölpreis am Donnerstag erneut an. Am Morgen legte der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate um rund fünf Prozent auf knapp unter 100 Dollar zu. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um rund 3,6 Prozent, blieb aber ebenfalls unterhalb der 100-Dollar-Marke.

(W.Uljanov--DTZ)

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