Deutsche Tageszeitung - Israel geht weiter hart gegen gegen Hisbollah vor - Sorge um Feuerpause im Iran-Krieg

Israel geht weiter hart gegen gegen Hisbollah vor - Sorge um Feuerpause im Iran-Krieg


Israel geht weiter hart gegen gegen Hisbollah vor - Sorge um Feuerpause im Iran-Krieg
Israel geht weiter hart gegen gegen Hisbollah vor - Sorge um Feuerpause im Iran-Krieg / Foto: © AFP

Israel hat ein weiteres hartes Vorgehen gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt und damit international Sorgen um den Fortbestand der Feuerpause im Iran-Krieg genährt. Es werde weitere Angriffe geben "wo immer" das "nötig" sei, erklärte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag. Irans Präsident Massud Peseschkian bezeichnete Verhandlungen mit den USA angesichts der Entwicklungen als "sinnlos". Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sah die Waffenruhe im Iran-Krieg durch Israels Vorgehen "schwer" belastet.

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Netanjahu erklärte im Onlinedienst X, die Sicherheit für Bewohner im Norden Israels müsse "vollständig wiederhergestellt" werden. Israel greife die vom Iran unterstütze Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland weiter "mit Stärke, Präzision und Entschlossenheit" an. Nach Angaben von Netanjahus Büro will Israels Regierung "so bald wie möglich" direkte Gespräche mit dem Libanon über eine Entwaffnung der Hisbollah aufnehmen.

Das israelische Militär erklärte, es gehe weiter mit Bodentruppen im Südlibanon vor. In der Nacht zum Donnerstag seien zwei wichtige Übergänge getroffen worden, die von Hisbollah-Kämpfern zum Transport von "tausenden Waffen, Raketen und Abschussvorrichtungen" über den Fluss Litani Richtung Süden genutzt worden seien. Mehrere Waffenlager, Abschussvorrichtungen und Gefechtsstände seien angegriffen worden. Bei den Angriffen am Vortag sei auch ein enger Berater des Hisbollah-Chefs Naim Kassem getötet worden.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 200 Menschen getötet und mehr als 1100 weitere verletzt. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach am Donnerstag von "mehr als 200 Terroristen, die gestern eliminiert wurden".

Libanons Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag zum nationalen Trauertag. Die Hisbollah ihrerseits feuerte nach eigenen Angaben wieder zahlreiche Raketen auf Israel ab und begründete dies mit den israelischen Angriffen vom Vortag. Zudem seien Kämpfer der Miliz in der südlibanesischen Stadt Bint Dschbeil in Gefechte mit israelischen Soldaten verwickelt, erklärte die Miliz. Sie ist Teil der vom Iran angeführten "Achse des Widerstands", deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist.

Nach Ansicht Israels und der USA erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte und in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) verkündete zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg nicht auf den Libanon. Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Anfang März weitete er sich auf den Libanon aus.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte, die Islamische Republik werde die "libanesischen Brüder und Schwestern niemals im Stich lassen". Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, "der Libanon und die gesamte Achse des Widerstands" seien "untrennbarer Bestandteil" der Feuerpause. Ghalibaf warnte vor "starken" Reaktionen, sollte die Feuerpause verletzt werden.

Die EU-Außenbeauftragte Kallas erklärte, die Hisbollah-Miliz habe zwar den Libanon in den Iran-Krieg hineingezogen. Israels Recht auf Selbstverteidigung rechtfertige aber "keine derart massive Zerstörung", mahnte sie mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe.

Die Waffenruhe mit dem Iran solle auf den Libanon ausgeweitet werden, forderte Kallas. Ähnlich äußerten sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Außenministerin Yvette Cooper. Auch das russische Außenministerium erklärte, die Feuerpause müsse sich auf den Libanon erstrecken. Zuvor hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres seinen Aufruf an alle Kriegsparteien unterstrichen, "die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen".

(L.Møller--DTZ)

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