Deutsche Tageszeitung - Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon

Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon


Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon
Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon / Foto: © AFP

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt angesichts der anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon vor einer humanitären Katastrophe in dem Land. "Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Die humanitäre Lage im Libanon habe sich nochmals deutlich verschlimmert.

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In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, beklagte das DRK. Zwar seien die Folgen noch nicht ganz klar, "aber wir müssen von hunderten Toten und mehr als tausend verletzten Zivilisten ausgehen", sagte Gröhe. Es empöre ihn auch, dass selbst humanitär Helfende im Einsatz getötet werden - 2024 und 2025 seien es weltweit über 300 gewesen.

Das humanitäre Völkerrecht müsse eingehalten werden, forderte Gröhe. Es gebe Regeln, "welche ein Mindestmaß an Menschlichkeit eben gerade auch in bewaffneten Konflikten bewahren sollen". Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal müssten geschont und die Zivilbevölkerung geschützt werden.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag mehr als 300 Menschen getötet und mindestens 1150 weitere verletzt. Nach Ansicht Israels und der USA erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte zweiwöchige Feuerpause nicht auf den Libanon.

Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Anfang März weitete er sich auf den Libanon aus. Israel und der Libanon unterhalten keine formalen diplomatischen Beziehungen.

Die beiden Länder wollen nun aber nach Angaben eines US-Regierungsvertreters in der kommenden Woche in Washington Verhandlungen aufnehmen. Bei solchen direkten Gesprächen könne es nach Darstellung Israels um "die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen".

(V.Sørensen--DTZ)

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