Deutsche Tageszeitung - Nachwahlbefragungen: Fujimori führt bei Präsidentschaftswahl in Peru

Nachwahlbefragungen: Fujimori führt bei Präsidentschaftswahl in Peru


Nachwahlbefragungen: Fujimori führt bei Präsidentschaftswahl in Peru
Nachwahlbefragungen: Fujimori führt bei Präsidentschaftswahl in Peru / Foto: © AFP

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru zeichnet sich ein Sieg der rechtspopulistischen Kandidatin Keiko Fujimori ab. Nachwahlbefragungen der Meinungsforschungsinstitute Ipsos und Datum vom Sonntag (Ortszeit) zufolge führte Fujimori mit etwa 16 Prozent der Stimmen deutlich vor dem Rest des Feldes. Zugleich lagen demnach vier weitere Kandidaten fast gleichauf, von denen einer in die Stichwahl mit Fujimori ziehen wird.

Textgröße ändern:

Die peruanische Wahlbehörde gab derweil die allmähliche Schließung der Wahllokale in dem südamerikanischen Land bekannt. Unregelmäßigkeiten hatten dazu geführt, dass die Wahllokale eine Stunde länger als vorgesehen geöffnet bleiben mussten. Die Vorgänge hinderten mehr als 60.000 Menschen an ihrer Stimmabgabe und hatten eine Polizeirazzia im Wahlhauptquartier zur Folge.

Mehr als 27 Millionen Peruanerinnen und Peruaner waren aufgerufen, einen von 35 Kandidaten für das Präsidentenamt auszuwählen - eine Rekordzahl für das südamerikanische Land, das seit vielen Jahren in einer Wirtschafts- und Sicherheitskrise steckt. Fujimori hatte in letzten Umfragen knapp vor dem Komiker Carlos Alvarez, dem ultrakonservativen Rafael Lopez Aliaga und dem 80-jährigen Zentristen Ricardo Belmont gelegen.

Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der nach dem Ende seiner zehnjährigen Amtszeit im Jahr 2000 unter anderem wegen Korruption zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Die rechtsgerichtete 50-Jährige tritt zum vierten Mal an und gilt als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump. Sie hat angekündigt, bei einem Wahlsieg US-Investoren ins Land zu holen und Ausländer ausweisen zu wollen.

Experten gehen von einer niedrigen Wahlbeteiligung aus, weil viele Peruaner enttäuscht von der Politik sind. Fast alle Präsidenten der vergangenen Jahre wurden der Korruption oder Geldwäsche verdächtigt oder sitzen deshalb in Haft. In Umfragen geben mehr als 90 Prozent der Peruaner an, kein oder wenig Vertrauen in die Politik zu haben.

Beherrschendes Thema im Wahlkampf war die Sicherheitslage. Die Zahl der Gewalttaten hatte sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. In vielen Regionen haben kriminelle Banden die Kontrolle übernommen, Mordanschläge sind an der Tagesordnung. Angesichts der prekären Sicherheitslage haben die Kandidaten eine Vielzahl radikaler Vorschläge gemacht, unter anderem die Errichtung von mit Giftschlangen umgebenen Gefängnissen im Dschungel oder einer Prämie für Polizisten, die Kriminelle töten.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: