Deutsche Tageszeitung - Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern

Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern


Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern
Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft in Verwaltung verringern / Foto: © AFP/Archiv

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von US-Softwareanbietern wie Microsoft verringern und stärker auf eigene Lösungen setzen. Microsoft sei zwar seit Jahrzehnten ein "vertrauensvoller Partner", sagte Wildberger dem Pro-Newsletter Technologie & KI des Nachrichtenportals Politico vom Dienstag. Zugleich gelte aber: "Dass wir auch unabhängig werden wollen, dass wir nicht angreifbar sein dürfen, das steht außer Frage."

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Sein Ministerium setze stärker auf Open-Source-Lösungen nach dem Vorbild einzelner Bundesländer, sagte Wildberger. "Wir sind auf dem Weg, dass wir das auch bei uns im Ministerium in erheblichem Umfang auf Arbeitsplätzen einsetzen." Dies sei Teil einer größeren Strategie. Bei Open-Source-Anwendungen können die Nutzer das Programm unabhängig von seinen Autoren in der Regel beliebig verändern. Sie können es auch weitergeben und Schwachstellen oder Fehler öffentlich machen.

Eine Verringerung der bestehenden Abhängigkeiten sei mangels europäischer Alternativen aber noch ein "weiter Weg", sagte der Minister. Die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Software waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und lagen 2025 bei rund 481,4 Millionen Euro.

Wildberger geht es nach eigenen Angaben jedoch nicht nur um den Austausch einzelner Software. Ziel sei, mit einer "Open-Source-basierten Verwaltungssoftware" auch Produkte zu entwickeln, "die nicht nur für die Verwaltung geeignet sind". Den Umbau will der Minister beschleunigen: "Das machen wir jetzt auch im großen Stil, auch mit der notwendigen Dringlichkeit."

Der Digitalminister kündigte zudem ein weiteres Entlastungspaket für die Wirtschaft an. Ziel sei, "noch vor der Sommerpause ein zweites Entlastungskabinett einzuberufen", sagte Wildberger. "Damit wollen wir die Wirtschaft erneut um mehrere Milliarden Euro Bürokratiekosten erleichtern." Ein Beispiel sei die Einführung des Gebäudetyps E - "also einfacheres Bauen mit günstigeren Standards". Hierzu befinde sich sein Ministerium derzeit in Gesprächen mit den anderen Ressorts.

(V.Sørensen--DTZ)

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